Im ersten Teil unseres Interviews mit dem Piloten aus Dänemark blickte Møller Madsen auf das Jahr 2021 zurück. Er schilderte seine erste Begegnung mit dem Team W&S Motorsport aus Ofterdingen. In der Fortsetzung sprechen wir mit ihm über die anstehende Saison die er in der ADAC GT4 Germany mit AVIA W&S Motorsport bestreiten wird und um seine Ambitionen erneut den Titel zu holen.

Teil 1 des Interviews könnt ihr hier nachlesen

Nicolaj, es ist Zeit nach vorne zu blicken, vor dir liegt die Saison in der GT4 Germany. Die Serie wird so voll und vielfältig wie nie zuvor werden. Worauf freust Du dich am meisten und was wird die größte Herausforderung?

Foto: L. Rodrigues

Ich bin so motiviert wie nie zuvor, W&S Motorsport ist ein echtes Rennteam, es erinnert mich an meine Zeit bei Phoenix Racing, wo der Fokus auf dem Sieg und der Professionalität liegt. Also Schluss mit dem Nonsens und lasst die Ergebnisse sprechen. Ich denke, es wird ein hartes Jahr, aber ich sehe mich stärker als je zuvor. Ich habe viel aus den Ereignissen des letzten Jahres gelernt und jetzt ist es an der Zeit, wieder in die Spur zu kommen und das zu tun, was ich liebe.

Foto: AVIA W&S Motorsport

Ich habe das Gefühl, dass wir ein starkes Paket haben, von den Mechanikern bis zu den Ingenieuren und mit dem neuen Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport vielleicht auch das stärkste Auto im Grid. Ich habe die Meisterschaft 2020 mit einem Gentleman-Fahrer gewonnen, also sehe ich keinen Grund, warum wir es jetzt nicht schaffen sollten, wenn ich einen stärkeren Junior als Teamkollegen habe. Die größte Herausforderung wird sicherlich, sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Bei mehr als 40 Autos müssen alle Qualifyings perfekt sein, sonst ist man raus aus dem Spiel.

Kannst Du uns schon verraten wer als zweiter Pilot an deiner Seite angreift?

Foto: GTC Race

Finn Zulauf wird mein Teamkollege sein, ein starker junger Mann, der 2021 in der GTC sehr gut abgeschnitten hat. Ich glaube daran, dass er für diesen Schritt bereit ist. Und ich weiß, dass ich der Fahrer bin, der ihm helfen kann, sich wohl und sicher zu fühlen, damit er auf höchstem Niveau performen kann.

Der Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport für die GT4 Germany 2022 trägt das auffällige Design von AVIA, der Energielieferant mit Sitz in München hat seine Wurzeln in der Schweiz, daher auch das Rot und Weiß. Die Flagge deiner Heimat ist ebenfalls in diesen Farben, motiviert dich das zusätzlich?

Foto: AVIA W&S Motorsport

Ich liebe einfach das neue Design, es sieht mega aus und ich würde sagen, es ist das beste Design, das ich je bei einem GT4 Porsche gesehen habe. Es motiviert mich sehr, dass ein großes Unternehmen dem Team und mir vertraut. Dass wir gemeinsam etwas Besonderes schaffen können und ich werde dafür sorgen, dass die Marke genug Fernsehzeit bekommt.

Du wirst in der GT4 European Series nicht selbst am Steuer sitzen, sondern zwei Piloten aus Russland des Teams ISKRA Motorsport coachen. Wie sieht so ein Coaching in einer internationalen Serie aus?

Es ist etwas Besonderes, dass ich in den letzten 6 Jahren jedes Jahr mindestens ein Rennen in der GT4 European gefahren bin und jedes Jahr mindestens ein Rennen gewonnen habe. Ich bin Champion von 2018 und beendete zweimal auf Rang drei die Meisterschaft. Es ist also eine Serie, die ich sehr gut kenne.

Foto: W&S Motorsport

Ich habe eine enge Partnerschaft mit ISKRA, auch in Russland und werde viele Tage Coaching mit Andrey machen. Ich bin da, um ihnen bei allem zu helfen und alles zu tun, was nötig ist, um den AM-Titel nach Hause zu bringen. Ich werde als Fahrercoach da sein, aber auch beim Testen und Einrichten des Setups mitwirken und dafür sorgen, dass sie sich vom ersten Tag an in der Meisterschaft sicher fühlen.

Mit diesen Programmen ist dein Kalender schon gut gefüllt, Du planst jedoch noch weitere Rennserien für Gaststarts zu besuchen. Welche wären da auf der Wunschliste?

Foto: L. Rodrigues

Ja, es ist ziemlich voll. Dazu kommen auch noch 4-5 Wochenenden in Russland, wo ich einen jungen Kartfahrer trainiere. Aber ich hoffe und glaube, dass es noch mehr Rennen von meiner Seite aus geben wird. Ich WILL die 24h Nürburgring auf jeden Fall fahren, denn dieses Rennen ist wirklich etwas Besonderes für mich und der Nürburgring im Allgemeinen. Also hoffe ich, dass ich bei einigen NLS und sicher auch bei den 24h Nürburgring dabei sein kann. Und wer weiß, die DTM Trophy könnte auch etwas sein, das ich ausprobieren möchte, wir werden es sehen.

Die Nürburgring Langstrecken-Serie und besonders das legendäre 24h-Rennen sind immer eine spezielle Herausforderung für Mensch und Material. Was macht für dich den Reiz der Nordschleife aus?

Ich liebe es dort einfach. Immerhin war ich drei Jahre bei Phoenix, habe dort 2017 das 6H-Quali-Rennen in der GT3 gewonnen und zusammen mit Stippler, Rockenfeller und Busch um den Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring gekämpft. Aber auch in der GT4 habe ich viele gute Erinnerungen von dort mit Siegen in der NLS mit Dennis Fetzer an der Seite und Rundenrekorden in der SP10. Die Strecke und das Umfeld ist einfach etwas, das ich in meinem Rennprogramm nicht missen möchte.

Was wäre deine absolute Traumkombination an Rennwagen und Serie?

Foto: L. Rodrigues

Ich liebe es, wie es jetzt ist. Ich fühle mich bei W&S Motorsport wirklich gut und sicher. Aber ich möchte auf jeden Fall die DTM-Trophy ausprobieren, da das Format mit einem Fahrer, der allein kämpft, wirklich cool ist. Ich möchte auch die 24h im Cup2 fahren, ich denke, das ist eine der coolsten Klassen am Nürburgring und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich die GT3 nicht vermisse. Aber der Rennsport ist mein Lebensunterhalt, also werde ich dort Rennen fahren, wo die Leute sehen können, dass ich Rennen fahre und dann sehen, wie weit es mich bringt.

Wir bedanken uns für das Interview, wünschen dir viel Erfolg für die gesamte Saison und freuen uns darauf dich an den Rennstrecken wieder zu treffen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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