Der Beitrag zum Start von ROWE Racing mit zwei Porsche 911 GT3 R in der Blancpain GT-Series schlug hohe Wellen. Bei den Fans sorgte das für erstaunte Blicke und Kommentare. Wir haben bei Hans-Peter Naundorf nachgefragt, wie es zu dieser Entscheidung kam.

Herr Naundorf, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
„Danke, dass Sie nachfragen. Ich möchte das mal so erklären: Wir haben 2016 das Projekt BMW gestartet, weil es auch ein Entwicklungsprojekt war. Das war sehr interessant für uns, da es eben auch das erste Turbo-Auto von BMW seit langem war. Wir haben zudem mit ROWE und ROWE-Racing ein anderes Projekt gesucht. Das BMW-Projekt war ein Projekt – auf zwei Jahre angelegt – also sozusagen bis Ende 2017.“

Wir haben jedoch inzwischen 2019?
„Ja, Moment. Dann hat man das Projekt bis 2018 verlängert. Hier gab es dann das Update des BMW M6 GT3, welches wir auch einsetzten. Leider war das Auto in den ersten Jahren für einen Gentleman-Racer bzw. Kundenteams nicht so leicht zu fahren, wie man sich das gewünscht hat.“

ROWE Racing BMW M6 GT3 #99 VLN5 2018
Foto: M. Brückner

Es fehlen also noch Erfolge?
„Wir haben zumindest mit der Nordschleife noch eine Rechnung offen. Der BMW hat auf der Nordschleife ja schon ordentliche Erfolge feiern können, was aber allen Beteiligten bei dem ROWE RACING Projekt und dem BMW M6 schlechthin fehlt ist der Sieg beim 24h-Rennen am Nürburgring. Deswegen war für uns klar, wir machen weiter. Die Entscheidung, auch 2019 weiter zu machen, ist bei allen Beteiligten schon sehr kurz nach dem 2018er 24h-Rennen gefallen.“

Das 2018er 24h-Rennen war vor allem für die BMW-Fans alles andere als zufriedenstellend.
„Das Rennen war für uns alle ein Desaster. Die Ursachen waren, mehr oder weniger, die berühmten Pfennigartikel. Und das bei mehreren Fahrzeugen. Wir haben dann entschieden, da weiter zu machen, wo wir zu dem Zeitpunkt standen. Der BMW ist konkurrenzfähig – sie Spa 2016 und 2018 – und läuft auf der Nordschleife wahnsinnig gut. Beim ROWE 6h-Rennen und VLN9 2018 haben wir dann ein paar Sachen entwickelt und wollten auch einfach in der Materie drinbleiben. Somit stand ein Abbruch der Partnerschaft mit BMW für uns nie zur Debatte. Zudem hat BMW bereits im Dezember 2018 – zur Weihnachtsfeier – bekanntgegeben, dass sie weiter mit uns zusammenarbeiten werden.“

ROWE Racing Porsche 911 GT3 R Blancpain GT-Series 2019
Foto: Rowe Racing / Motorsport Competence Group AG

In der Blancpain läuft es dieses Jahr etwas anders. Sie haben hier vor einer Woche einen, bzw. zum 24h-Rennen in Spa-Francorchamps zwei Porsche genannt.
„Die Blancpain GT-Series ist eine andere Geschichte. BMW hat früh kommuniziert, dass sie es auf die Intercontinental GT Challenge abgesehen haben. Da konnten wir nicht mitgehen. Ich mit meiner Firma (Motorsport Competence Group AG) kann das nicht, weil mir einfach Ressourcen fehlen. Und ROWE wollte das nicht, weil man auf drei von den fünf Events keine Märkte hat. Somit passt es hinten und vorn nicht, die Intercontinental GT Challenge zu befahren.“

„Wir (ROWE Racing) wollten einfach, wie die letzten vier Jahre auch, der Blancpain GT-Series treu bleiben und haben uns dann eben nach einer anderen sportlich hochwertigen Lösung umgeschaut. Und dann sind wir bei Porsche stehen geblieben. Wir haben geschaut, ob das funktionieren kann und waren uns schnell mit Porsche einig. Ich denke das Porsche dem Projekt auch positiv gegenübersteht, sie gewinnen mit uns ein etabliertes Team in der Blancpain Serie mit deutlichen Erfolgen vor allem bei 24-h Rennen. Für unseren Entwicklungspartner, die ROWE Mineralölwerke, und uns ist das Projekt Blancpain mit dem neuen Porsche GT3 R jedenfalls sehr stimmig und wir werden engagiert und motiviert diese Aufgabe angehen. Unser langjähriger Partner BMW hat uns dabei ebenfalls keine Steine in den Weg gelegt, wir haben ja wie schon erwähnt dieses Jahr auf der Nordschleife eine wichtige Mission zusammen.“

Dass das funktionieren kann, sieht man ja bei Falken.
„Richtig! Die machen das sogar in einer Serie. Das wollten wir aber gar nicht. Wir haben eine enge Verbindung zu BMW und die wollen wir auch aufrechterhalten. Und das soll auch so bleiben!“

Was erwartet die ROWE-Racing Fans beim diesjährigen 24h-Rennen in der Eifel?
„So wie es ausschaut, werden wir zum 24h-Rennen am Nürburgring zwei Fahrzeuge bringen.“

Vielen Dank, Herr Naundorf, für das informative Gespräch. Wir wünschen Ihnen alles erdenklich Gute für die laufende Saison und viele motorsportliche Erfolge.

In eigener Sache:

Du hast den Beitrag bis zum Schluss gelesen? Hat er Dir gefallen? Wenn Du die LSR-Freun.de unterstützen möchtest, kannst Du das mit einem Abonnement bei SteadyHQ tun.

Damit hilfst Du uns, auch in Zukunft erstklassige Berichte, Dokumentationen und Reportagen aus der Welt der Langstreckenrennen zu erarbeiten und zu erstellen.

Unterstütze uns auf Steady

Die LSR-Freun.de sagen Danke!

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
Kategorie: MagazinTags:
Jetzt kommentieren

Noch keine Kommentare vorhanden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich stimme zu.