Der 29 jahre junge Manuel Wendel ist so manchem inzwischen bekannt. Er war bereits Streckensprecher bei der RCN Rundstreckenchallenge am Nürburgring und hat inzwischen unzählbare Simracing-Events moderiert. Wendel fällt mit seiner lockeren jedoch sehr kompetenten Art immer wieder auf, zuletzt mit Marc Keil beim Charityrennen Race4Hospiz auf der Daytona Kartbahn in Essan am 29. Februar 2020.

Manuel Wendel ist zwischenzeitlich Geschäftsführer seines Unternehmens getquu GmbH, welches sich ebenfalls voll dem virtuellen Motorsport verschrieben hat. getquu steht für „get quality“ – dies umschreibt bereits die Firmenphilosophie. Seine Firma mit Sitz in Remscheid hilft mit kompetentem know-how bei allen Belangen um eSport, von der Teamgründung, der Planung und Durchführung von Events bis hin zur Moderation und dem Streaming ebendieser Veranstaltungen.

Aufgrund der aktuellen Situation wegen des COVID-19 und den dadurch abgesagten Rennveranstaltungen machte sich Wendel seine Gedanken. Wir dürfen diesen Beitrag seines LinkedIn Kanals übernehmen.

Manuel Wendel bietet Euch an, ihn direkt über Manuel.wendel@getquu.com zu kontaktieren falls Interesse an der Organisation eines Events besteht.

Manuel Wendel
Foto: L. Rodrigues

Bekanntlich liegt mein Fokus im Simracing. Doch wähle ich in diesem Artikel bewusst E-Sport, da ich mich allgemein auf den elektronischen Sport beziehe.

Es sind harte Zeiten für den Sport. Egal in welcher klassischen Sportart wir uns bewegen – das Coronavirus bestimmt aktuell das Geschehen. Es werden Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Die ersten Ligen wurden bereits pausiert oder abgebrochen. Wenn man die aktuellen Meldungen verfolgt, könnte es tatsächlich dazu führen, das hier noch einige weitere folgen werden. An Normalität ist derzeit nicht zu denken. Championsleague Spiele finden ohne Fans statt, die DEL bricht ohne Meister die Meisterschaft ab, Inter Mailand zieht sich von allen Veranstaltungen zurück, täglich kommen neue Meldungen über abgesagte Großveranstaltungen. Die ersten Unternehmen spüren schon jetzt den enormen Druck, diese Situation und den damit verbundenen Verlust an Aufträgen, die Lieferrückstände und weitere Folgen abzufangen und den Vereinen entgehen wichtige Einnahmen, die Sponsorenverträge können ggf. nicht erfüllt oder aufrecht erhalten werden. Freiberufler, Agenturen, Zulieferer, Eventlocations, Messen, Hotellerie, die Reiseindustrie… jeder ist betroffen.

Das wir einige Unternehmen haben werden, die an einer Insolvenz gerade noch vorbeischlittern bzw. diese nicht umgehen können, ist auch kein Geheimnis mehr sondern bittere Realität. Abgesehen vom wirtschaftlichen könnten auch die sportlichen Leistungen ab einem gewissen Moment beeinflusst werden – sobald die Vereine / Teams keine geregelten Trainings mehr durchführen können. Es geht nicht nur um Nudeln und Klopapier… es geht ebenso um Existenzen die hier auf dem Spiel stehen.

Bei all den schlechten Nachrichten und der sehr heiklen Situation kann jedoch ein Sportbereich seine volle Stärke entfalten – der E-Sport.

Auch wenn E-Sport eine seiner großen Stärken in den Onsiteevents wie z.B. der ESL One hat, bei denen die Stimmung einem Fußballspiel in nichts nachsteht und die Spannung mindestens genauso groß ist, hat dieser Sport auch Stärken die gerade jetzt entscheidend sein können.

Brechen wir es mal komplett herunter: Als E-Sportteam benötigen meine Sportler einen PC, einen Simulator oder eine Konsole, hinzu kommt dass diese kommunizieren müssen. Jedoch sind die Sportler örtlich nicht gebunden und können theoretisch von jedem Ort der Welt miteinander an einem Wettkampf teilnehmen und gemeinsam trainieren. Sicher spielen hier Faktoren wie eine funktionierende Internetleitung und weitere Infrastrukturen mit hinein. Diese möchte ich hier aber ausklammern – da wir von diesen auch im regulären Alltag teils vollständig abhängig sind.

Die Möglichkeit als Team aktiv, ohne örtlich an meine Mitspieler oder Zuschauer gebunden zu sein, einen Wettkampf austragen und trainieren zu können macht den E-Sport in der aktuellen Situation zu einer wichtigen Bereicherung. Wettkämpfe im E-Sport können komplett von einem oder mehreren weitern Orten live Übertragen werden. Ebenso Serien und Ligen. Die Fans können die eigenen Favoriten wie gewohnt in den Onlinestreams anfeuern und unterstützen. Das ganze System einer E-Sportliga ist somit rein theoretisch auch noch komplett realisierbar wenn sich alle aktiv oder passiv teilnehmenden Personen in einer Quarantäne befinden – hoffen wir das dies nie der Fall sein wird.

Selbst die Verfechter der Ansicht dass E-Sport kein richtiger Sport ist, müssen aktuell eingestehen, dass E-Sport für viele Unternehmen eine Chance bietet! Wenn man den Verlauf der letzten Wochen beobachtet ist nicht absehbar wie lange dieser Zustand fortbesteht und auch ein kompletter Stillstand des Veranstaltungsgeschehens ist nicht auszuschließen. Zu Beginn kann man mit Social Media Kampagnen seine Follower weiter binden, aber wie geht es weiter? Spinnen wir das ganze soweit, dass keine Spiele mehr stattfinden, keine Events, keine Meisterschaften, keine Messen, keine Olmpischen Spiele usw.. Stirbt der klassische Sport dann für einen gewissen Zeitraum aus? Das ist sehr provokant und mir ist bewusst das einige sich an diesem Artikel stoßen werden, aber es geht nicht um das nächste Weltuntergangsszenario sondern einfach um den Fakt, dass E-Sport hier eine wirklich ernst zu nehmende Alternative darstellt. Sei es zur Überbrückung der aktuellen Situation, zur Erweiterung der eigenen Zielgruppe oder einfach um das Beste aus der aktuellen Situation zu machen.

Was ich aufzeigen möchte ist, dass der gesamte Bereich elektronischer Sport (E-Sport) gerade was das Branding einer Marke und die Kommunikation mit der Zielgruppe angeht extrem interessant ist. Mein Logo ist weiterhin zu sehen. Die Zuschauer bleiben mit meinem Unternehmen weiterhin in Kontakt. Als Veranstalter kann ich anstatt meine Liga einzustellen meinen Sponsoren dennoch was bieten und ein geplantes Onsiteevent ggf. auf Onlineevent umstellen. Auch wenn hier der Reiz etwas verloren geht kann ich als Veranstalter den Fans, den Teams und der Allgemeinheit dennoch ein Gefühl von Normalität vermitteln.

Unternehmen die jetzt den richtigen Weg finden, Ihr Markenbranding auf den E-Sport zu wandeln, könnten am Ende ggf. noch als eine Art Gewinner aus der aktuellen, sehr herausfordernden Situation herauskommen. Doch sollte auch hier an erste Stelle immer das WIE stehen.

Ich wage an dieser Stelle mal eine harte These: Genau jetzt ist der Zeitpunkt für Unternehmen den Einstieg oder die Vertiefung der Aktivitäten im E-Sports voranzutreiben. Der weitere Verlauf der klassischen Sportarten ist derzeit sehr ungewiss aber das die Profiligen im E-Sport weiterlaufen, steht meiner Meinung nach außer Frage.

Quelle: Manuel Wendel LinkedIn

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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