Der Pilot aus Idstein teilte sich 2020 das Cockpit des BMW M4 GT4 #1 in der Nürburgring Langstrecken-Serie mit den Meistern 2019 Yannick Fübrich und David Griessner. Das Trio gewann die Klasse SP10 souverän mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen in fünf Rennen. Die NLS-Fahrerwertung beendete Naumann auf dem dritten Platz. Einen weiteren Triumph verbuchte der 30-jährige beim ADAC TOTAL 24h Rennen mit dem CUP3 Klassensieg auf einem Porsche beim Team Black Falcon.

Wir sprachen mit Florian Naumann über seine Saison auf der Nordschleife und fragten ihn nach den Plänen für 2021.

Florian, herzlichen Glückwunsch zum Sieg in der GT4 Klasse. Wie war das NLS-Jahr für dich mit dem Pixum CFN Team Adrenalin Motorsport in der #1?

Florian Naumann
Foto: Jochen Merkle

Das Jahr 2020 war im Rückblick sehr zufriedenstellend, besonders wenn ich die Umstände weltweit berücksichtige. Die Zusammenarbeit mit dem Team, dem Ingenieur und den Mechanikern war einfach super, auch die Fahrerkollegen, alle haben an einem Strang gezogen und zum gemeinsamen Erfolg fleißig gearbeitet, dadurch haben wir auch das Bestmögliche Resultat erzielt mit dem GT4. Da muss ich nochmals ein großes Lob und meinen Dank an alle aussprechen!

Mit den Gesamtmeistern zusammen auf einem Auto zu starten ist eine Herausforderung, hast Du dich selbst unter Druck gesetzt? Wie bist du mit den Erwartungen umgegangen?

Pixum CFN Team Adrenalin Motorsport Yannick Fübrich, Florian Naumann und David Griessner
Foto: ON1 Racing

Zu Beginn der Saison, das sage ich ganz offen, ja ich habe mir da schon meine Gedanken gemacht und hatte auch etwas Bedenken der Langsamste auf dem Auto zu sein. Das hatte sich bereits nach dem ersten Testtag gelegt, da wir feststellten, dass wir uns alle auf einem Level in dem BMW M4 GT4 bewegen. Das bestätigte sich dann auch über die ganze Saison, wir konnten gleichwertige Rundenzeiten vorlegen und waren uns auch beim Fahrzeugsetup immer sehr einig. Wir waren ein sehr harmonisches Trio.

Mit einer großen Boxengasse durch das Fahrerlager und ohne Fans um die Nordschleife fanden fünf Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie statt. Wie hast Du das Hygienekonzept empfunden und wie sehr fehlten die Fans, wenn man im am Steuer sitzt?

Über das Konzept mit der Boxengasse im Fahrerlager hatte ich erstmal Bedenken. Doch es hatte keinen Nachteil und gewiss sein eigenes Flair. Das Eifelwetter hat bei den fünf Rennen auch gut mitgespielt, außer mal am Freitagabend oder samstags beim Zeittraining war es immer trocken und warm, daher war das große Fahrerlager auch für die Jungs und Mädels aus dem Team nicht so fordernd, es musste keiner frieren.

Florian Naumann
Foto: Jochen Merkle
Und ohne diese Lösung hätten wir keine Rennen fahren können, daher war es die bestmögliche Variante.

Die Fans haben auf jeden Fall gefehlt. Auch wenn ich im Rennen selbst sehr fokussiert bin schaust du doch zwischendrin nach rechts oder links, auch der Smalltalk in der Startaufstellung mit den Menschen fehlte irgendwie.

Markenwechsel beim 24h-Rennen, zum Jahreshöhepunkt warst Du mit Black Falcon im Porsche Cayman 718 GT4 MR dabei und konntest die Klasse CUP3 gewinnen. Dazu gab es eine weitere Ehrung, welche?

Black Falcon N24h 2020
Foto: ON1 Racing

Das war von Porsche eine Ehrung, da wir als Klassensieger die mit am erfolgreichsten Porsche Mannschaft beim 24h-Rennen waren. Das freute mich natürlich zusätzlich zum Klassensieg.

Im finalen Fahrerranking der Nürburgring Langstrecken-Serie stehst Du auf einem unglaublichen dritten Platz bei über 580 Piloten, darunter Profis mit Werksvertrag. Was bedeutet dieses starke Resultat für dich?

Das ist schon unglaublich schön so weit vorne zu stehen, besonders wenn du bedenkest, dass die SP10 bei weitem nicht die am stärksten besetzte Klasse in der NLS ist und dort weitaus mehr Fahrerpunkte gesammelt werden können. Aber mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen reichte es für mich. Das hatten wir zuerst überhaupt nicht realisiert – das ist uns erst später aufgefallen und ich konnte es erst nicht begreifen.

Bemühen wir zum Abschluss noch die Phrase „nach der Saison ist vor der Saison“, bist Du schon in der Planung für 2021? Kannst Du uns dazu bereits etwas verraten?

Ja, ich bin da bereits in der Planung. Soviel sei verraten, ich wünsche mir einen Aufstieg von der GT4 in eine der Spitzenklassen – Was, wo, wie…? Das wird sich dann in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Sollte das nicht klappen habe ich auch schon Alternativen, jedoch ist es im November noch zu früh hier konkretes zu verkünden.

Zum Abschluss möchte ich nochmals allen meinen Dank aussprechen die zu einer solchen Saison beigetragen haben. Gleich ob alle helfenden Hände im Team, der NLS-Organisation, den Sportwarten und meiner Familie, ich bin euch dankbar und wünsche eine erholsame Winterpause. Bleibt gesund und wir sehen uns dann 2021 am Nürburgring wieder, um tolle Rennen auf der härtesten Rennstrecke der Welt zu bestreiten.

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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