Mit jetzt 89 Jahren ist er fast so alt wie der Ring: Reiner Strack, Spitzname Opa Strack. Den Job als Streckenwärter hat er von seinem Vater, Jahrgang 1896, übernommen. „Der hat schon beim Bau der Nordschleife mitgeholfen und ist später sein ganzes Berufsleben lang am Ring tätig gewesen“, erzählt Strack in seinem typischen Eifeler Dialekt.

Opa Reiner Strack
Foto: Porsche AG

Noch heute fährt er fast jeden Tag mit seinem Auto die 200 Meter von zu Hause zum „Café zur Nordschleife“, um dort den Ticketverkauf und das Speisen- und Getränkeangebot seines Enkels und Nachfolgers Alexander zu überprüfen. „Ich muss ja gucken, was passiert!“ Er selbst ging kurz nach dem Krieg beim „einzig großen Arbeitgeber der Gegend“ in Stellung und wurde ab 1958 zu dem, was er bis zur Rente 1995 für Tausende von Ring-Besuchern war: der etwas brummig wirkende Ticketverkäufer und Schrankenwärter an der Nordschleifen-Einfahrt in Breidscheid. „Oft habe ich 95 die jungen Leute wie zum Beispiel den heutigen Rennfahrer Christian Menzel und den Porsche-Testfahrer Timo Kluck gewarnt – fahrt vorsichtig, Jungs, habe ich gesagt, an dieser und jener Stelle ist es rutschig“, erzählt Strack. „Die haben mir natürlich nie was geglaubt. Sind dann hinter der Schranke mit durchdrehenden Rädern losgebrettert und waren nach kurzer Zeit wieder da. Aber die konnten es eben.“

Die Eifelaner rund um den Ring lassen es gemächlich angehen – sofern sie nicht auf der Strecke unterwegs sind. „Nicht so viel Driss“ heißt so viel wie: Keep cool, spiel dich nicht so auf.“

Die heutigen Ring-Touristen seien mit denen von damals nicht mehr zu vergleichen, erzählt Strack: „Die rücken heute mit ganz anderem Material an. Früher sind die hier viel mit VW Käfer angetreten, manche tiefergelegt und höllenlaut. Manche auch im Wohnmobil und mit Kind und Kegel. Der schöne Grünstreifen links und rechts neben der Strecke hat immer ziemlich gelitten. Oft haben sie uns auch Beulen in die Planken gefahren und sind heimlich abgehauen, ohne den Schaden zu bezahlen. Die Zeiten der Busse und Wohnwagen sind aber vorbei. Damit traut sich heute keiner mehr auf die Strecke.“ Jetzt würden die Heizdecken auf die Reifen gezogen, nicht mehr über die Knie.

Quelle: Porsche Newsroom

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