Axcil Jefferies, 25 Jahre jung und in Simbabwe geboren, startet für Konrad Motorsport im Lamborghini Huracan GT3 beim 24h-Rennen am Nürburgring. Im Jahr 2017 konnte er den Meistertitel in der Lamborghini Supertrofeo Middle East erkämpfen, weitere Siege und Titel stehen bereits auf seiner Erfolgsliste. Wir unterhielten uns mit ihm über seine Karriere, seine Arbeit als Instruktor und über seine Ziele.

LSR-Freun.de: Hallo Axcil, danke das Du uns ein paar Fragen beantworten möchtest. Wie hast Du angefangen Rennen zu fahren?

Axcil Jefferies: Hallo, ich freue mich Euch Rede und Antwort zu stehen. Begonnen hat es damit, dass mein Vater und ich schon immer leidenschaftliche Motorsportfans waren, zu meinem fünften Geburtstag überraschte er mich mit einem Kart. Natürlich war es erstmal nur zum spielen und Spass. Aber als wir merkten das wir das recht gut machten entwickelte es sich schnell zu einer ernsten Sache.

Was in Deinem Heimatland Simbabwe vermutlich nicht so einfach war. Wie findet man dort Rennstrecken und die nötigen Sponsoren?

Es gibt in Simbabwe eigentlich zwei Hauptstrecken, eine in der Hauptstadt Harare und die andere in Bulawayo. Ich verbrachte die ersten drei Jahre meiner Kartkarriere in Simbabwe. Glücklicherweise war Motorsport auf diesem Niveau damals nicht zu teuer, so dass meine Familie und ein paar kleinere Sponsoren genügten. Nachdem ich einige Wettbewerbe gewinnen konnte zog es uns nach Südafrika. Das ich dann für das Toyota Castrol Junioren Programm ausgewählt wurde machte dann natürlich alles etwas einfacher für mich.

Wann kam Dein Wechsel von der Formel 2 zu den GT3 Fahrzeugen, welche ein völlig anderes Konzept sind. Wie waren Deine ersten Eindrücke zwischen beiden Fahrzeugarten?

Das letzte Mal fuhr ich einen Einsitzer 2014. Leider konnte ich damals aufgrund der hohen finanziellen Anforderungen nicht im Formel-Sport weiter machen. Nach einer zweijährigen Pause bot sich für mich die Gelegenheit in die Lamborghini Super Trofeo Meisterschaft einzusteigen. Ich liebte die Atmosphäre der GT-Rennen ab dem ersten Moment. Die Stimmung im Fahrerlager und rund um die Rennen war viel natürlicher.

Axcil Jefferies
Foto: L. Rodrigues

Du wurdest dann Middle-East Champion 2017 in der Lamborghini Super Trofeo. Was macht den Lamborghini Huracan für Dich zu einem einzigartigen Rennwagen?

Der Lamborghini Huracan GT3 Evo ist ein unglaublich toller Wagen. Abgesehen von der enormen Leistung finde ich ihn als eines der schönsten und aufregendsten GT3-Rennwagen die es gibt. Er lässt sich auch recht einfach und gut fahren, man versteht das Auto schnell und kann sehr gut mit ihm arbeiten. Besonders auf der Nordschleife macht er in Hochgeschwindigkeitskurven und über die Curbs richtig Spaß.

Wieviele weitere Meisterschaften hast Du bisher gewonnen?

In der GT-Klasse gewann ich drei Meisterschaften der Lamborghini Super Trofeo und war Vizemeister 2017. In anderen Serien gewann ich auch einige Meisterschaften und Wettbewerbe.

Du hattest die seltene und einzigartige Chance ein Formel 1 Auto in Monaco zu testen. Erzähle uns von diesem Erlebnis.

Dies war ohne Zweifel eine der magischsten Erfahrungen meiner Karriere. Es war unglaublich, nicht irgendein Auto, sondern ein Formel 1 Auto durch die Straßen von Monaco zu fahren. Das Geräusch der Autos, der Glamour und die Energie, die man dort empfindet, waren einfach unwirklich. Ich durfte einen Token von 1976 bewegen und ich hoffe in der Zukunft noch einmal dabei sein zu können.

Axcil Jefferies Formel 1 Token 1976 Monaco
Foto: Archiv A. Jefferies

Monaco ist eine sehr traditionelle Rennstrecke mit einer langen Geschichte, wie der Nürburgring. Wann war deine erste Runde auf der legendären Nordschleife? Mit welchem Auto? Erzähle uns von den Gefühlen als Du das erste Mal in der „Grünen Hölle“ unterwegs warst.

Lustiger Weise war meine erste Runde auf der Nordschleife erst in diesem Jahr. Ich fuhr einen Cup-Porsche. Das war der erste Test für mich um bei zwei VLN-Rennen meine Pflichtrunden für das A-Permit zu bekommen, was mir dann ermöglicht in der GT3-Klasse zu fahren. Die Nordschleife ist extrem lang und zu beginn auch entmutigend. Aber mit jeder Runde erfreut man sich immer mehr an ihr und man fängt an sie zu lieben bis man fast süchtig nach ihr wird.

In eigener Sache:

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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