In der kommenden Saison wird der Audi R8 LMS GT3 mit der Steer-by-Wire-Lenkung Space Drive, ganz ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe, wieder in der Tourenwagenserie GTC Race an den Start gehen. Renntechnisch betreut wird das Fahrzeug – wie auch in der Saison 2019 – von Phoenix Racing. Fahren wird unter anderen der ehemalige Formel-1-Pilot Markus Winkelhock. „Trotz der coronabedingt unklaren Rahmenbedingungen blicken wir zuversichtlich auf die Saison“, sagt Roland Arnold, CEO der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co.KG. „Durch die Erkenntnisse aus 2019 konnten wir die Space Drive Technologie deutlich optimieren.“

Durch den Einsatz eines Echtzeitbetriebssystems konnte die Reaktionsfähigkeit sowie die Dynamik des Space Drive Systems deutlich erhöht werden. Auch die Spurhaltung konnte durch neue Softwarefeature weiter optimiert werden. Das eingesetzte Force Feedbacklenkrad wurde deutlich verbessert. Zudem wurde die Diagnosefähigkeit des Systems durch weitere Sensorik optimiert. „Mit der herkömmlichen Lenksäule wird viel aggressiver gefahren, was nicht unbedingt besser ist“, weiß Arnold. „Force Feedback zwingt zu einem sauberen Fahren.“ Das bringe auch Vorteile, beispielsweise mit Blick auf ein reifenschonenderes Fahren. „Damit schaffen wir echte Mehrwerte für das Fahrzeug der Zukunft.“

2019 hatte der Deutschen Motorsportbund (DMSB) den Audi R8 LMS GT3 von Schaeffler Paravan als erstes Fahrzeug in der Geschichte des Rennsports ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe für den DMV GTC zugelassen. Mittlerweile wurde die Space Drive Technologie fest im Reglement der Nachfolgeserie – GTC Race – verankert. Damit kann die Technologie bei sachgemäßem Einbau und DMSB-Abnahme von weiteren Rennställen eingesetzt werden.

„Mit dem GTC Race haben wir ein optimales Umfeld, um diese Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren weiter zu optimieren“, sagt Roland Arnold. „Das Ziel ist, später einmal eine eigene Wertung für Steer-by-Wire-Fahrzeuge zu haben. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Systems.“ In den kommenden Monaten möchte das Schaeffler Paravan Team die Technologie unter den Extrembedingungen des Rennsports weiter optimieren und wichtige Feature für die nächste Generation Space Drive testen.

Markus Winkelhock
Foto: Curbstone

Der Test Anfang März in Barcelona war ein großer Schritt. „Wir konnten die Lenkung in allen Bereichen verbessern“, resümiert Markus Winkelhock. Wenn ich den aktuellen Stand mit den ersten Fahrten von vor knapp zwölf Monaten vergleiche, ist das eine andere Welt.“ Der ehemalige Formel-1-Pilot sieht großes Potential in der Lenkung, das nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch im Motorsport viele Vorteile bringt. „Man hat ganz andere Möglichkeiten: zum Beispiel die Einstellung verschiedener Lenkparameter, individuell angepasst auf jeden Fahrer. Auch das Ansprechverhalten der Lenkung oder die Abstimmung für regennasse oder trockene Rennstrecken könnten zukünftig individuell angepasst werden. Das Gute ist, dass sich diese Erkenntnisse auch eins zu eins für die weitere Entwicklung der Technologie umsetzen lassen.“

“Wir freuen uns sehr, auch 2020 mit Schaeffler Paravan an der Weiterentwicklung des Space Drive 2 Systems zu arbeiten“, erklärt Phoenix Racing-Teamchef Ernst Moser. „Im letzten Jahr konnten wir bereits gemeinsam zeigen, welch großes Potential die Technologie hat. Der DMV GTC war für unsere Arbeit ein ideales Umfeld. Wir haben dort viele wichtige Erkenntnisse gesammelt und von Rennen zu Rennen enorme Fortschritte gemacht. Daran wollen wir auch in dieser Saison anknüpfen.“

In der vergangenen Saison konnte der Audi R8 LMS GT3 bei vier Rennen vom letzten Startplatz immer in das vordere Feld fahren – ohne jegliche technischen Probleme. Zum Saisonfinale des DMV GTC am Hockenheimring im vergangenen Oktober startete der Rennbolide zum ersten Mal in der Wertung und fuhr in den zwei DMV GTC-Wertungsläufen in das vordere Fahrerfeld. Das Space Drive System der Schaeffler Paravan Technologie ist eine Schlüsseltechnologie für autonomes Fahren. Als einziges System seiner Art besitzt es die weltweite Straßenzulassung und hat sich bereits auf über einer Milliarde Kilometern bewährt. In Kombination mit Fahrautomaten, die die Daten von GPS, Kameras, Radar und weiteren Sensoren verarbeiten, bietet Space Drive bereits jetzt die Basis für das autonome Fahren der Stufe 4 und 5 – vollautomatisiert und fahrerlos.

Quelle: Pressemitteilung Schaeffler Paravan

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