Zum Heiligabend erzählt uns Historiker Alexander Kraß noch vom Heiligen Vater und seinem Porsche.

Der Papst fuhr im Porsche durch Nürburg – also zumindest fast – oder so ähnlich. Aber irgendwie hat alles miteinander zu tun. Von vorne: Immer wieder hört man von Testfahrten auf der Nordschleife – Erlkönige werden abgelichtet und es wird mehr oder weniger gut spekuliert, wie ein zukünftiges Modell aussehen könnte. Schon während der Planung des Nürburgrings wurden diese Testfahrten mit einkalkuliert. Unter anderem deshalb sollte die Strecke möglichst schwer zu fahren und eine wirkliche Herausforderung sein: Was sich auf dem Nürburgring bewährt, sollte auch allen Herausforderungen der Straße gewachsen sein.

Schon kurz nach Eröffnung der Strecke im Jahr 1927 nutzten erste Firmen diese Testmöglichkeit, darunter auch Mercedes-Benz. Einer der getesteten Wagen, 1928 vorgestellt, trug den Namen Typ Nürburg 460. Er entwickelte aus einem 4,6-Liter-Achtzylinder unglaubliche 80 PS und schaffte damit eine Höchstgeschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometern.

So weit, so gut, ein normales Auto der damaligen Zeit, könnte man denken – die Geschichte des Fahrzeugs geht aber noch weiter, denn ein Exemplar dieses Wagens schaffte es tatsächlich auf heiligen Boden. Es wurde eines der ersten Papamobile und der damalige Papst Pius XI. hatte angesichts der atemberaubenden Fahrleistungen sicherlich seine Freude an dem neuen Gefährt. Doch brannte im Vatikan deswegen nicht gleich der Asphalt: Für Seine Heiligkeit wurde im Fond des Wagens ein großer, gemütlicher Sessel eingebaut, um den Pontifex möglichst komfortabel chauffieren zu können. Eine kleine Zwischenbemerkung, wenn Sie den Wagen einmal sehen wollen: Er steht im sogenannten Kutschenmuseum der Vatikanischen Museen. Da werden Sie sehen, dass dieser Wagen, der auf dem Nürburgring entwickelt wurde, tatsächlich ein stattliches, komfortables Gefährt ist.

Mercedes Typ Nürburg 460
Foto: Alexander Kraß

Das hätte allerdings auch anders sein können, denn bei seinen späteren Fahrzeugen verfolgte der Konstrukteur dieses Wagens einen gänzlich anderen, deutlich sportlicheren Ansatz: Es war nämlich Ferdinand Porsche, der den Typ Nürburg 460 konstruiert hatte. Kein Papst fuhr also je im Porsche durch Nürburg – aber ein Papst besaß schon einen von Porsche konstruierten Typ Nürburg als Dienstwagen. Nicht das Gleiche, aber wie gesagt: Irgendwie hat doch alles miteinander zu tun.

Diese und mehr Informationen über den Bau, die Eröffnung und die ersten Jahre des Nürburgrings gibt’s im Buch „Vor 90 Jahren“ von Alexander Matthias Kraß, zu bestellen auf www.vor90jahren.de. Der gesamte Erlös geht an ein Kinderhospiz – mit der Lektüre tun Sie also noch etwas Gutes!

Mehr Informationen über den Autor, der am Nürburgring auch als Moderator und Historiker unterwegs ist, finden Sie auf www.alexkrass.de.

Alexander Krass
Foto: Archiv A. Krass

Egal ob im Fahrerlager beim Bier, beim Dienst auf dem Posten um die Strecke oder an langen Winterabenden mit Glühwein. Es gibt unzählbare Geschichten rund um den Motorsport. Einiges ist in der Tradition des „Seemannsgarn“ frei erfunden, übertrieben – vieles hat sich aber genau so zugetragen. Um ein wenig Licht in die trübe und Motorsport freie Zeit zu bringen haben wir für Euch 24 dieser Anekdoten zusammengesammelt und stellen diese bis Weihnachten vor.

Ganz gleich welche dieser interessanten Erzählungen, wir werden diese nicht nachrecherchieren oder bewerten, wir freuen uns einfach an diesen Perlen der Rennsportgeschichte und hoffen Ihr habt Gefallen daran. Herzlichen Dank an alle die sich bereit erklärt haben aus dem Nähkästchen zu plaudern!

Wir hoffen unsere Adventsgeschichten haben Euch Freude bereitet. LSR-Freun.de wünscht schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahrzehnt!

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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