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PP-Group Z4: Daniels Ritt auf der Kanonenkugel

Unser Fotograf Daniel Matschull bekam von Peter Posavac die Möglichkeit am Freitag vor dem siebten VLN-Lauf eine Runde im Z4 mit zu fahren.

Immer wieder sorgt Peter Posavac – Inhaber der Werbeagentur PP-Group und Eigentümer des gleichnamigen Kult-Z4 auf der Nordschleife – für Freudentränen bei den Sportwarten. Denn Peter Posavac nimmt in unregelmäßigen Abständen selbige mit auf einen Erlebnisritt im Z4 durch die Eifel. So verkündete Posavac auch in der vergangenen Woche wieder „Sportwarte und Fotografen aufgepasst. Da ich nicht unerheblich davon proftiere, dass ihr an jedem Wochenende der VLN unentgeldlich an der Strecke steht und für meine Sicherheit sorgt oder aber fantastische Bilder, macht hau ich für euch mal wieder zwei Taxifahrten auf unserem geliebten Zetti zu VLN 7 raus…“

Und dieses Mal sollte Daniel Matschull – inzwischen Haus- und Hoffotograf der LSR-Freun.de – die Chance bekommen, eine Runde mit Posavac durch die Eifel zu donnern. Hier seine Geschichte

Freitag 22. September 2017 15 Uhr Lounge 16 Nürburgring: Pünktlich stehe ich vor der Lounge und werde wie selbstverständlich sehr freundlich vor selbiger begrüßt. Peter und seine Frau sitzen schon in der Lounge und Peter will mich seiner Frau vorstellen. Doch wir kannten uns bereits aus dem Fahrerlager. Ein wenig Smalltalk mit Peter und den weiteren Gästen und meine Aufregung steigt. Da mittlerweile alle da sind müssen wir uns erstmal akkreditieren, damit im Falle – den sich niemand wünscht… Darüber denke ich einfach nicht nach.

Zurück in der Lounge, bekamen wir die Overalls in die Hand gedrückt. Ich soll in eine Größe 60 passen? Sehr witzig! Zum Glück gab es für mich dann doch noch eine Größe 54. Aber da rein zu kommen war extrem stressig. Entweder bin ich an der Schulter zu breit oder der Anzug zu schmal. Wie an den Bildern zu sehen ist, konnte ich mich gegen den Anzug durchsetzen.

Wenige Augenblicke später bewegte sich der Trupp in Richtung Box. Da stand er, der Renn-Zetti! Vorbereitet für Alex Lambertz‘ erste Runde an diesem Wochenende. Mich interessierten die Unterschiede zwischen dem Renn-Z4 und dem Taxi. Peter erklärte mir die Details anschaulich. Durch den zweiten Sitz hat der Taxi-Z4 einen kleineren Tank und ein Teil der Elektronik musste umgebaut werden. Ansonsten unterscheiden sich die zwei Kult-Autos nicht.

Dann begegnete Peter mir mit einer Frage, auf die ich nicht gefasst war: „…wie schnell?!“ Mir stockte der Atem und ich hörte mich mit leiser Stimme sagen „Ich habe einen kleinen Sohn, der sehr wichtig ist. Fahr so schnell es geht, aber geh kein Risiko ein.“ Als Zwischeninfo: Peter Posavac hat mittlerweile mehr als 2000 Runden auf der Nordschleife absolviert. Ich vertraue ihm also.

Punkt 16 Uhr schaltet die Ampel auf grün.

Zuerst durfte Peters Frau mitfahren. Weil ja die Reifen noch kalt waren. Die Runde lief soweit rund. Nur die Bremse störte sich etwas an dem frühen Einsatz. Luft im System?

Dann stieg ein Kunde in den Z4, der seine Runde bezahlt hat.( Die beiden Gewinner stellten sich hinten an.)

Jetzt ging der Puls hoch! Denn ich war der Nächste. Ich setzte den Helm auf und das HANS System wurde angelegt. Der Zetti stand wieder vor der Box und der Co-Pilot hatte beim Aussteigen ein breites Grinsen im Gesicht.

Nun war ich dran. Also: Einsteigen oder besser „reinklettern“. Im inneren war erstaunlich viel Platz, womit ich nicht wirklich gerechnet habe. 6-Punkt Furt anlegen und ordentlich festziehen und noch mal nachziehen.

In der Zeit versuchten die Mechaniker den Fehler an der Bremse zu finden. Mal ist die Bremse da und dann ist sie wieder weg. Aber wer braucht schon eine Bremse. Also Motorhaube drauf und das Auto auf die Räder gestellt, noch ein paar Liter Super plus und los geht’s. Der Speedlimiter riegelt bei 60 km/h in der Box ab. Aber wirklich nur bis zur Linie. Und dann? Im Bruchteil einer Sekunde verschwimmt die Umwelt und: Feuer frei! Das ist absolut Irre. Bis zur Mercedes-Arena geht schreit der Z4 mit aller Kraft heraus, was in Ihm steckt.
Anbremsen und dann die erste Kurve – es ist unbeschreiblich, was da geht. Weiter geht es durch die Mercedes-Arena. Gas, Bremse, Curb links, Curb rechts – voll drüber! Weiter geht’s über die Sprintstrecke raus zur Gegengerade. Ein SP7-Porsche wird vernascht und es wird bis zum Ende der Gerade durchbeschleunigt. Links, rechts und der nächste Porsche fliegt vorbei.

Jetzt geht der Spaß erst richtig los. Es geht auf die Nordschleife. Hatzenbach über die Curbs mit einer irren Geschwindigkeit, Quiddelbacher Höhe vor uns ein M235 und ein Peugeot 308 – Lichthupe und der Zetti und vorbei. Die Eifel fliegt nur so an uns vorbei. Flugplatz, Richtung Schwedenkreuz mit Vollgas! Kurz vor Aremberg überlegt ich kurz, wann Peter gedenkt zu bremsen. Egal wer muss schon bremsen. Jetzt sollte die Stelle kommen wo ich persönlich den meisten Respekt habe. Fuchsröhre Vollgas. In der Kompression zeigte der Tacho knapp 260. Absoluter Wahnsinn wie schnell man da durch ist und schon oben im Forst. Rechts, links, wieder rechts und Vollgas zum Metzgesfeld. Weiter Richtung Kallenhard, runter Richtung Wehrseifen. „Langsamste Stelle“ ist gut – die Kurvengeschwindigkeit des Zettis kann man absolut nicht in Worte fassen. Während ich gerade noch die Abfahrt verarbeite, sind wir schon in Breidscheid und jagen Exmühle hoch, Richtung Bergwerk. Jetzt heißt es nur noch: „Pedal tot he Metal“ – bis zur Mutkurve. Normalerweise nimmt der Z4 die Kurve voll. Mit Passagier wird hier jedoch gelupft. Vielleicht auch zu unser aller Glück. Denn zwischenzeitlich quitierte die die Bremse wieder ihren Dienst. Hier brach Peter dann die Runde ab. Denn Sicherheit geht definitiv vor Spass! Mit Warnblinker segelten wir weiter den Rest der Strecke.

Zurück in der Box wurde der Z4 erneut repariert, damit auch der zweite Gewinner in den Genuss seiner Fahrt kommen konnte.

Eins hatten wir nach der Fahrt alle gemeinsam. Dieses breite und erschöpfte und in gewisser Art auch erleichterte Grinsen im Gesicht. Oben in der Lounge musste ich das Erlebte erst einmal verarbeiten. Wie ich aus dem Overall wieder herausgekommen bin erläutere ich hier lieber nicht. Es war auf jeden Fall sehr lustig.

Peter musste sich in der Zwischenzeit leider verabschieden und zur Fahrerbesprechung antreten. Die verbliebene Mannschaft jedoch unterhielt sich noch einige Zeit über dieses eigentlich unbeschreibliche Ereignis. Für mich war es eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben und das schönste Erlebnis am Ring. Ich bin Peter dafür mehr als Dankbar, dass er mir diese Möglichkeit gegeben hat. Nochmals vielen lieben Dank.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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