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Zapfsäulen, die das Rennen entscheiden

Gibt’s nicht?! Doch! Am Nürburgring entscheiden zunehmend die Zapfsäulen über Erfolg und Misserfolg der Teams.

Foto: L. Rodrigues
Auch beim sechsten Lauf der VLN gibt es wieder mal Probleme mit den Zapfsäulen. Dabei ist aktuell nicht auszumachen – so scheint es aktuell – welche Zapfsäule betroffen ist und in welchem Rythmus die Zapfsäulen streiken. Denn jede Säule streikt hin und wieder. An diesem Wochenende quittiert nun die Säule vor der Box von Land Motorsport ihren Dienst und bringt zeitweise gar kein Benzin hervor. Wolfgang Land betonte im Interview jedoch die Freundschaftlichkeit der Teams, die einen dann auch mal an ihrer Säule zapfen lassen. Dennoch lässt er die Verantwortlichen zähneknirschend wissen “ man stößt hier ja auf taube Ohren! Wenn man was sagt, dann funktioniert ja immer alles! […] Wir wissen auch, dass das Geld knapp ist und man überall sparen muss. […] „Dann können wir vom Veranstalter erwarten, dass wir bei fast fünftausend Euro Nenngeld für einen GT3 eine vernünftige Plattform geboten kriegen.“
Doch damit nicht genug: „Dann hat sie beim ersten Tankstopp nicht funktioniert.[…] Dann wurde sie wieder repariert. Dann ging sie angeblich. Beim zweiten Tankstopp hat sie dann auch nicht funktioniert. Ja, und die Rennleitung sagt dann: „C’est la vie“. Da können wir nichts dran machen – ist Sache der CNG.‘ Also ist man hier der Willkür der Funktionen der Tanksäule ausgesetzt.“

„Wir haben beim ersten Tankstopp fünfzehn Sekunden verloren, liegen jetzt mit drei, vier Sekunden hinten“, beschwerte sich Wolfgang Land weiter im VLN-Stream. „Das ist deprimierend! Und die Rennleitung sagt: Vom Reglement her können wir nichts daran machen. Wenn die Tanksäule nicht geht, ist das Schicksal der Teilnehmer.“

Entscheidungen auch in der Vergangenheit durch die Funktionalität beeinflusst?

Bereits 2014 bemängelte Haribo-Racing die Funktionalität der Zapfsäulen und zog – wegen mangelndem Handlungsbedarf der Veranstalter – den 911er von Porsche zurück. Auch zum Saisonfinale in der VLN trat das Team dann nicht mehr an. Das Team sah damals keine andere Möglichkeit, als den Rückzug, nachdem eine schadhafte Tankanlage nicht hatte instand gesetzt werden können. Statt den mindestens garantierten 50 Litern pro Minute wies die Säule an der Teambox von HARIBO ab den ersten Testfahrten am Freitag eine sehr unterschiedliche Förderleistung auf – zeitweise flossen sogar nur 39 Liter in der Minute. Während man vorher noch Zeitgutschriften – denn das Problem war auch 2014 nicht neu – seitens der Veranstalter bekam, wurden diese zum vorletzten VLN-Rennen 2014 dann wieder gestrichen.

2015 freute man sich bei der capricorn Nürburgring GmbH über eine 3-jährige Vertragsverlängerung mit dem Mineralölstoffe-Lieferanten Mundorf Mineralölhandels GmbH & Co. KG aus Troisdorf. Wie man den Treibstoff in die Autos bekommt, stand dabei wohl aber nicht zur Debatte. Wichtig war damals offensichtlich nur, dass die Fahrzeuge von Mundorf nun auch Werbung für den Ring fuhren. Man muss halt Prioritäten setzen.

Auch 2015 bemerkte Markus Östreich „Das Auto war vom Team Schirmer einmal mehr perfekt vorbereitet. Die Boxenstopps waren super, es gab nur beim Tankvorgang wieder Zeitverluste.[…] Was wieder nicht funktioniert hat, waren die Zapfsäulen!“

Foto: M. Brückner
Während dem 24h-Qualifikationsrennen 2017 machte sich Armin Baumann von ESBA-Racing Luft: „Für uns war das Qualifikationsrennen eine Lernveranstaltung. […] Dann bei der Premiere trotz […] Problemen mit der Zapfsäule auf Platz drei vorzufahren, macht uns einfach total happy.“ Zum 24h-Rennen dann griffen die Zapfsäulen dann offensichtlich sogar ins Renngeschehen ein. Die Schnitzer-Mannschaft konnte zum Jahreshighlight in der Eifel den Tank nicht komplett auffüllen, da die Zapfsäule streikte. Man benutzte kurzerhand eine andere Säule. Glücklicherweise arbeiten die Teams, was die Tanksäulen angeht ziemlich gut zusammen. Dennoch zwangen die Probleme das Team zur Anpassung ihrer Strategie. Bei Glickenhaus hat man die #702 in der Hinsicht etwas reparieren können. Dadurch sind zumindest 7-Runden-Stints möglich gewesen.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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