WEC – so reagieren Verantwortliche und Teilnehmer auf den Porsche-Rückzug


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Als Porsche am heutigen Donnerstagmorgen den Rückzug aus der LMP1-Herstellerwertung der FIA Langstreckenweltmeisterschaft verkündete, stockten Fans und Beteiligten der Atem.

Eine offizielle Pressekonferenz mit Pierre Fillon und Gerard Neveu zum geplanten Abgang der Schwaben, wird es während des nächsten WEC-Laufs in Mexiko-Stadt vom 01. bis 03. September 2017 geben. Vorab lässt der Veranstalter – der Automobile Club de l’Ouest (ACO) – verkünden, dass er die Entscheidung für „abrupt“ und „übereilt“ hält. Wie übereilt die Entscheidung gefallen sein muss, zeigt Mark Webbers Zusage die er noch in Le Mans traf, dass er Porsche auch 2018 in der LMP1-Kategorie starten sehe. Wenige Wochen später, steht die Welt vor einem unüberschaubarem Scherbenhaufen.

„Der Hersteller Porsche, der vor kurzem seine Teilnahme an der FIA LMP1-H Langstreckenweltmeisterschaft bis zum Ende der Saison 2018 bestätigt hat und der sich aktiv an der Entwicklung der technischen Vorschriften beteiligt hat, die im Jahr 2020 in Kraft treten werden, hat gerade den Rückzug seiner LMP1-Hybriden vom Ende der Saison 2017 angekündigt.“, so verkündet der ACO sein Statement, „Der Automobilclub de l’Ouest, Förderer und Gründer der WEC und Organisator der 24 Stunden von Le Mans, bedauert diesen übereilte Rückzug eines der erfolgreichsten Hersteller weltweit. Allerdings haben die ACO und die FIA sich sofort an die Arbeit gemacht, um alle Beteiligten in der Langstreckenserie einen Ausblick auf die Saison 2018 – die dank der neuen Innovationen verspricht eine außergewöhnliche Saison zu werden – zu geben.“

Offenbar hofft man bei ACO und FIA immernoch auf den angekündigten Einstieg diverser privater LMP1-Teams. Unter anderem wollen der ehemalige Williams-Formel1-Ingenieur Nicolas Perrinn mit einem außergewöhnlichen Open-Source-Projekt und Ginetta und Jota-Motorsport mit einem eigenen LMP1-Privatteam an den Start gehen. Auch ByKolles arbeitet bereits mit Hochdruck an einem neuen LMP1-Projekt, weswegen man sich bereits nach dem Lauf am Nürburgring im Juli aus der Weltmeisterschaft verabschiedete.

Auch bei Toyota hat man dieses Erdbeben vernommen. Der Präsident des japanischen PKW-Herstellers Akio Toyoda sagte auf Anfrage: „Die Entäuschung war groß, als ich hörte, dass Porsche sich zu dem Rückzug aus der LMP1-Kategorie der FIA Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) entschloss.“
„Beim letzten 24h-Rennen in Le Mans hatten wir die Ehre gegen Porsche als einzigen Konkurrenten um den Sieg zu fahren.“ so der Japaner weiter. „Ich bin sehr traurig und enttäuscht, dass wir nicht mehr in der Lage sein werden, unsere Technologien gegen ein solches Unternehmen auf dem gleichen Schlachtfeld im nächsten Jahr gegeneinander aufstellen zu können.“

Die Toyota Motorsport GmbH mit Sitz in Köln, als Vertretung der Toyota Gazoo Racing erklärte kurz und bündig auf der eigenen Facebookseite, dass man sich nicht weiter zu dem Ausstieg von Porsche äußern werde. Dennoch versicherte das Team, man sei dankbar über die vergangenen Jahre und die vielen Wettkämpfe gegen Porsche. „Der Kampf ist jedoch nicht beendet. Wir werden mit aller uns zur Verfügung stehender Kraft in den verbleibenden fünf Wettkämpfen antreten und kämpfen.“ Ein Statement von Toyota zum weiteren Verbleib in der WEC steht aktuell noch aus.

Auch von Peugeot – die erwarteten Hailsbringer der LMP1-Herstellerkategorie – hört man bis zum letzten Moment nichts. Ob eine Entscheidung von Peugeot Einfluss auf die Entscheidung von Porsche genommen hätte, kann derzeit nicht beurteilt werden. Für die WEC ist das Fernbleiben der Franzosen jedoch ein weiterer Dolchstoß in Richtung drohender Abwertung auf Cup-Status der LMP1-H Kategorie.

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