Foto: M. Brückner

WEC – Kommt der Langstreckenzirkus doch an den Ring zurück?

Zugegeben, die in Mexiko präsentierten Pläne des ACO und der FIA schmecken nicht jedem Rennsportfan. Vor allem die Entscheidung, den Nürburgring in der Supersaison 2018/2019 außen vor zu lassen, stoßen auf wenig Verständnis.

Foto: M. Brückner

Der Plan, auf die Wintersaison zu wechseln lag – wenn man den Stimmen aus der Szene glauben darf – schon länger in den Schubladen bei FIA und ACO. Als Porsche Ende Juli 2017 seinen Rückzug aus der LMP1-Klasse verkündete, sahen sich die Verantwortlichen der beliebten Langstrecken Weltmeisterschaft gezwungen zu handeln. Für die deutschen Fans der WEC ist dieser Plan jedoch ein Schlag ins Gesicht. Nach drei Läufen in der Eifel soll nun Schluss sein.

Zwar sind die Zuschauerzahlen in der Eifel Jahr für Jahr gestiegen – 2017 registrierte man über 50.000 begeisterte Motorsportfans am Nürburgring – doch ist die geografische Nähe zum Circuit Spa-Francorchamps zu groß, als das man – global gesehen – zwei Rennen auf einem solch kleinen Raum hintereinander bewerkstelligen möchte. Einzig die zwei LMP1-Hersteller Audi und Porsche sorgten wohl für den Pluspunkt bei der Wahl des Nürburgringes als Austragungsort. Mit dem Ausstieg dieser zwei Hersteller ist nun aber eben auch dieser Pluspunkt nicht mehr tragbar.

Zudem fand sich im Kalender der Supersaison – begonnen im Frühjahr 2018 und endend im Sommer 2019 – wohl kein Platz für einen Lauf der WEC in der Eifel. „Unser Vertrag mit der WEC ist in diesem Jahr ausgelaufen. Inwieweit eine Rückkehr an den Nürburgring möglich ist, können wir derzeit nicht bewerten“, antwortet Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort auf eine Anfrage von Motorsport-Total. Aktuell sieht es also nicht danach aus, ob und wie nach der Supersaison ein Lauf in der Eifel wieder möglich sein wird.

Foto: BMW Motorsport

Auch ist nicht bekannt, ob und wie BMW Einfluss auf die Entscheidungen der FIA und des ACO nehmen kann. Für BMW wäre ein Lauf auf der Heimstrecke Nürburgring mit dem nagelneuen BMW M8 GTE sicherlich ein Triumph aus Sicht der Marketingabteilung. Schließlich sind dann wieder zwei reine deutsche Hersteller (BMW und Porsche) – zwar in der GTE-Klasse – in der WEC anwesend. Ford kann man hier sicherlich außen vor lassen.

Nachdem jedoch die LMP1-Klasse in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung verlor und hier bisher auch keine Änderung in Sicht ist, ist es durchaus möglich, dass sich die GTE-Klasse als neues Zugpferd der WEC positionieren kann. Klar, es haben sich mehrere Teams und Hersteller im Laufe des Jahres 2017 zur LMP1-Klasse bekannt. Eine tatsächliche Bestätigung auch nur eines Teams blieb jedoch bisher aus. Zwar ist die LMP2-Klasse ein durchaus schlagendes Argument, wenn es um die Teamstärke geht. Wenn man sich jedoch die Hersteller-Dichte der unterschiedlichen Klassen anschaut, hat hier die Abteilung GTE klar den Joker in der Hand. Denn während in der LMP2-Klasse gerade mal zwei Chassis-Lieferanten – Oreca und Alpine – und ein Motorenpartner zum Wettkampf antreten, stellen sich in der kommenden Saison in der GTE-Klasse fünf Hersteller – Porsche, BMW, Ford, Ferrari und Aston Martin – zum Kampf um die Krone in der Klasse.

Wie auch immer sich die Verantwortlichen in den kommenden Monaten entscheiden werden, die Fans am Nürburgring können aktuell nur hoffen. Denn sicher ist – und das zeigt gerade die WEC – dass nichts sicher ist.

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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