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Foto: Porsche Motorsport

WEC – FIA und ACO in der Zwickmühle?

Die Verantwortlichen der WEC – FIA und ACO – stecken förmlich in der Zwickmühle. Die Saison neigt sich so langsam aber sicher dem Ende entgegen und die Zukunft sieht aus derzeitiger Sicht nicht rosig aus.

Foto: Guittet Pascal / L’Usine Nouvelle

Während Porsche auch das 6h-Rennen am Circuit of the America zu dominieren scheint und dem 3. Gesamtsieg in greifbare Nähe fährt, liegen die Nerven der Veranstalter der WEC – der Langstrecken Weltmeisterschaft – scheinbar blank. Anders lässt sich die Entscheidung der Entlassung des Technischen Directors der FIA Bernard Niclot nicht argumentieren. Niclot, der die jüngst angekündigten LMP1-Regularien für die Saison 2020 zu verantworten hat, stand bereits in der vergangenen Saison bezüglich der GTE-Pro Diskrepanzen in der Kritik. Nachfolger wird der ehemalige Ferrari-F1-Ingenieur Gilles Simon. Simon hat damals schon enge Bekanntschaft mit Jean Todt – dem aktuellen FIA-Präsidenten – geschlossen.

Das aktuelle Interesse der Hersteller scheint tatsächlich – aufgrund der Regularien, die Niclot zu verantworten hat – gen Null zu gehen. Seitens Peugeot hat man seit Monaten – bis heute –
keinen Ton mehr vernommen, bzgl. des Einstiegs in die Weltmeisterschaft. Aber auch ein Dementi wird noch immer erwartet.

Plugin Hybrid schon wieder Geschichte?

Foto: 2017, Michael Brückner

Noch im Rahmen der Vorstellung der Regularien für die Saison 2020 im Rahmen des 24h-Rennens von Le Mans kündigte man den großen Rundumschlag für die Hybrid-Klasse an. Ein Plugin-Hybrid sollte sowohl die Klasse für viele Hersteller attraktiver machen, als auch die Kosten senken. Entwickelt wurden diese Regularien zusammen mit den aktuellen Herstellern – Toyota und Porsche – um wenigstens diese beiden Prototypen-Produzenten an Land zu halten. Porsche entschied sich bekanntlich anders. Für Toyota setzt man alles auf die Karte „Hoffnung“. Denn mehr bleibt den Verantwortlichen aktuell nicht übrig.

Doch irgendwie scheinen die Pläne auf wenig Verständnis und Freude bei weiteren Herstellern zu stoßen, weswegen es inzwischen schon Bestrebungen gibt, die Leistungsdaten der Non-Hybrid- und Hybrid-LMP1 anzugleichen. Überhaupt scheint auch das Interesse an der privaten LMP1-Klasse aktuell recht gering zu sein. Anders ist es nicht zu verstehen, dass sich zwar einige Teams in der Vergangenheit zur LMP1 bekannten, inzwischen aber auch auf jegliche Reaktion warten lassen. Warum sollten Teams auch in die LMP1-Klasse investieren, wenn die LMP2-Klasse so stark ist, dass sogar ein Le Mans Sieg in Sichtweite steht?

DPi nach wie vor keine Alternative


Auch die nordamerikanischen Prototypen „DPi“ der IMSA sind keine Alternative für den nordfranzösischen ACO. Zwar sind die DPi relativ baugleich mit den LMP2-Fahrzeugen, bzw. basieren auf den Chassis von Dallara, Onroak, Oreca und Riley/Multimac. Cadillac und Mazda zeigen gerade erfolgreich, dass man als Hersteller auch in der LMP2/DPi erfolgreich an einer Meisterschaft teilnehmen kann.

Gerard Neveu – oberster Stratege der WEC ist sich aktuell noch ziemlich sicher: „Wir haben Toyota, Peugeot arbeitet sehr hart an einer Rückkehr und andere Hersteller sind sehr interessiert. Darüber hinaus stoßen im nächsten Jahr mindestens vier bis fünf LMP1-Fahrzeuge von Privatiers dazu. Somit existiert die Klasse“.

Offensichtlich liegen also die Nerven der WEC-Bosse tatsächlich ziemlich blank. So ist es also nicht verwunderlich, dass man in Zusammenarbeit mit motorsport.com und autosport.com eine Umfrage in 10 Sprachen veröffentlicht, über die Fans Fragen beantworten können. Ob es dafür nicht vielleicht schon zu spät ist, bleibt tatsächlich abzuwarten. Für die deutschen Fans der WEC scheint das tatsächlich eine Möglichkeit zu sein, ihrem Unmut über den Rückzug der WEC aus der Eifel Luft zu machen. Am Freitag kündigten FIA und ACO den vorläufigen festen Rennkalender für die Supersaison 2018/2019 an.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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