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Vorschau 4. Lauf der WEC 6H Rennen am Nürburgring

In gut zwei Wochen, von 14.16.7.2017 ist es wieder soweit. Am Nürburgring trifft sich die WEC zum 6h Rennen, Ihrem vierten Lauf und gleichzeitig letzten Lauf in Europa.
Es wird das erste Rennen nach dem legendären 24h Rennen von Le Mans sein, dass in vielerlei Hinsicht in die Geschichtsbücher des Motorsports eingehen dürfte.
Zunächst erwartet uns in der Eifel ein – gegenüber Le Mans – kleineres Starterfeld. Es werden all die Fahrzeuge am Start sein, die wir bereits in Silverstone und in Spa Francorchamps sehen konnten. Das 6h Rennen am Nürburgring 2017 könnte aber ebenfalls ein Rennen werden, dass in die Geschichtsbücher eingeht. Denn es wird erwartet, dass nach dem Rennen am Nürburgring einige Entscheidungen getroffen werden könnten, die einen maßgeblichen Einfluss auf das Starterfeld der WEC in der Saison 2018 haben. So dürfte z.B. eine Entscheidung fallen, ob ByKolles die in 2017 noch anstehenden Rennen in Übersee bestreitet oder die Saison 2017 für dieses Jahr vorzeitig beendet. Auch ein kompletter Rückzug aus der WEC von ByKolles ist nicht auszuschließen. Der Teameigner Colin Kolles wird auch als möglicher Nachfolger von Monisha Kaltenborn bei Sauber in der Formel 1 gehandelt. Sollte sich das bewahrheiten, so ist fast davon auszugehen, dass ByKolles sein Engagement in der WEC aufgibt.

Sicher noch spannender dürfte die Entscheidung von Porsche über ein Engagement über 2107 hinaus in der LMP1 sein. Es gibt offensichtlich nicht wenige Indizien die auf einen vorzeitigen Ausstieg von Porsche aus der LMP1 zum Ende der Saison 2017 hindeuten. Porsche-Entwicklungschef Michael Steiner betonte in einem Interview mit „motorsport-Total.com“ zwar, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, man geht aber davon aus, dass nach dem Rennen in der Eifel diese Entscheidung fallen könnte. Sollte Porsche tatsächlich aussteigen, würden in der LMP1-Hybrid nur noch Toyotas bleiben. Toyota seinerseits, hat zwar bekundet bis 2019 weitermachen zu wollen, aber sie können eigentlich nur noch gegen sich selbst fahren. Um einen möglichen Widereinstieg von Peugeot in die Königsklasse der WEC ist es sehr ruhig geworden. Experten gehen davon aus, dass Peugeot nach dem Kauf von Opel keinen kurzfristigen Einstieg in die WEC nicht vornehmen wird. Ursprünglich war eine Bekanntgabe von Peugeot noch während der 24h von Le Mans geplant.

LMP1 – Was erwartet uns am Nürburgring?


In der Königsklasse dürften Toyota und Porsche ihre technischen Problemchen, die in Le Mans aufgetreten sind sicher aussortiert haben, so dass wir am Nürburgring wieder eine Entscheidung sehen werden die im sportlichen Wettkampf auf der Strecke stattfindet und nicht im Rennen eines einzelnen Fahrzeuges gegen die Uhr entschieden wird. Toyota dürfte auch am Nürburgring als Favorit ins Rennen gehen. Der Toyota TS050 ist vom gesamten Konzept her ein topaktuelles Auto, wogegen der Porsche 919 Hybrid im Kern auf einer Entwicklung aus dem Jahre 2014 basiert. Es ist davon auszugehen, dass Toyota – wie bereits in Silverstone und Spa Francorchamps – seine Stärke erneut unter Beweis stellen wird und das Gewinnen für Porsche sicher nicht einfach machen wird.

LMP2

Foto: 2017, Horst Bernhardt

Auch in der Klasse der LMP2 Fahrzeuge dürfte sich an der Überlegenheit der Oreca Gibson Fahrzeuge seit Le Mans nicht viel geändert haben. Das Podiumsteam von Le Mans, Jackie Chan DC-Racing, wird sicher neben Vaillant Rebellion, G-Drive Racing und der schnellen Signatech Alpine um den Klassensieg kämpfen. G-Drive Racing wird am Nürburgring noch eine 3-Minuten Zeitstrafe absitzen, die das Team aufgrund des Unfalls mit dem Proton Porsche des GT Fahrers Khaled Al-Qubaisi nachträglich erhalten hatte. Damit dürfte es für das russische Rennteam in der Eifel nicht einfach werden um den Sieg mitzukämpfen. Da die Grand-Prix Strecke am Nürburgring, aber auch eine völlig andere Streckencharakteristik hat als Le Mans, könnten auch die Fahrzeuge von Ligier eine Rolle im Kampf um den Sieg spielen. Abzuwarten bleibt noch ob wir das Tockwith Auto in dem tollen „Gulf Racing“ Design auch am Ring sehen werden.

GTE PRO

Foto: 2017, Frank Ullrich
Die GTE pro Klasse dürfte wie bereits in Le Mans mit Positionskämpfen bis zur letzten Runde aufwarten und damit wieder die spannendste Klasse im Starterfeld sein. Auch diese Klasse wird sich natürlich gegenüber Le Mans auf das WEC Starterfeld beschränken. So werden wir die schnellen Corvettes nicht dabei haben und auch der Risi-Ferrari ist in der WEC nicht am Start. Der Risi-Ferrari, der in der amerikanischen IMSA Serie fährt, wird auch dort die nächsten Rennen, aufgrund seiner schweren Beschädigungen aus dem Rennen Le Mans nicht starten können. In dieser Klasse kann jeder um den Sieg und das Podium mitfahren. Die Leistungsdichte ist in diesem Feld so eng, dass es keinen klaren Favoriten gibt. Experten sehen sogar schon, die Zukunft der WEC, in der Klasse der GT Fahrzeuge. Schön wäre es wenn die Porsche RSR, den gleichen genialen Sound hätten wie in Le Mans. Jedoch wird uns hier die Lärmgrenze am Nürburgring vermutlich einen Strich durch die Rechnung machen.

GTE AM

Foto: 2017, Frank Ullrich

Auch in der GTE AM werden wir wieder gute Kämpfe sehen. Bei dem AM Fahrzeugen wird dem Aston Martin mit #98 eine gewisse Favoritenrolle zugesprochen – schon alleine aufgrund seiner starken Fahrerbesetzung. Nach dem Aston Martin dürften dann die starken Ferraris 488 GTE von Spirit of the Race und Clearwater Racing kommen. In der AM Klasse setzen die Teams gegenüber Le Mans nur jeweils ein Auto ein. In Le Mans hatten viele Teams, wie z.B. Clearwater Racing zwei Fahrzeuge am Start.

Allgemein gilt für das Rennen am Nürburgring, dass alle Fahrzeuge mit Ausnahme der LMP1 Hybrid Fahrzeuge auch wieder mit jeweils zwei Fahrern pro Fahrzeug besetzt sind. In Le Mans wurden pro Fahrzeug drei Fahrer eingesetzt, unabhängig von der Klasse.

Die 6h am Nürburgring werden mit Sicherheit ein großes Motorsportfestival, dass wieder viele Fans an die Strecke bringt. Wir werden viele spannende Kämpfe auf der Strecke sehen und die Entscheidung wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch im direkten Kampf mehrerer Gegner gegeneinander fallen. Da die Eifel aber auch im Juli für ihre Wetterkapriolen durchaus bekannt ist, kann dieser Faktor noch zur einen oder anderen Überraschung beitragen. So gibt es über das Rennen und das was nach dem Rennen passiert sicher noch einiges zu berichten. Wir bleiben auf jeden Fall für euch am Ball.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Frank Ullrich ist seit seiner Kindheit begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Was liegt da näher, wie die beiden Hobbys miteinader zu verbinden. Sein erstes Rennen was er besucht hat war das 1000km Rennen 1971 am Nürburgring, dem dann unzählige Besuche bei vielen Rennen seitdem folgten. Anfangs ohne Kamera, ab Mitte der 90er Jahre dann mit Kamera. So richtig ersthaft wurde das Thema Motorsportfotografie dann erst mit der ersten digitalen Spiegelrflexkamera ab 2006. Seitdem wurden weit mehr als 100.000 Aufnahmen bei den verschiedensten Motorsportveranstaltungen aufgenommen, von denen sich viele in seinem großen Archiv befinden. Für Frank ist das Fotografieren ein guter Ausgleich zu seinem Beruf in der IT. neben dem Fotografieren interessiert sich Frank für alles was mit Fahrzeugen, Technik und Benzin zu tun hat.
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