Am 08.01.2018 veröffentlichte die VLN eine vorläufige Ausschreibung, die im Laufe der folgenden Tage noch für einen ordentlichen Sturm der Entrüstung sorgen sollte.

Foto: D. Matschull

Nicht nur, weil der Zeitpunkt denkbar knapp gewählt ist. Auch der Inhalt stellte sich im Nachhinein als höchst brisant dar.
Entschieden betroffen von den Änderungen ist vor allem das Feld der Produktionswagen – die sogenannten V-Klassen.
Wenige Wochen vor den Test- und Einstellfahrten auf dem Nürburgring sorgte die vorläufige Ausschreibung für die kommende Saison für beachtlichen Aufregung bei den Teams.

Schuld sind Änderungen, die zwar Kosten senken und Überprüfbarkeit und Sicherheit erhöhen sollten, jedoch im Großteil der Fälle genau das Gegenteil bewirken würden. Schwierig dabei ist es, einen Schuldigen auszumachen, dem man jetzt auf die Füße treten könnte.

Ausgangspunkt des Sturms der Entrüstung ist augenscheinlich der fünfte VLN-Lauf der abgelaufenen Saison. Proteste gegen im Reglement nicht fest definierte, jedoch seitens der Technikkommission seit Jahren geduldete Bauteile, sorgten nach dem fünften Lauf für reichlich Unmut. Der Veranstalter versuchte die Wogen zu glätten und erstellte ein vorläufiges Bulletin, welches die vorläufige Regelkonformität bestätigte. Doch ein Bulletin ist keine langzeitliche Lösung. Das wussten die Teams auf der einen Seite und der Veranstalter auf der anderen Seite.

Nun, zu Beginn der 2018er Saison, soll dieser über 11 Jahre alten Duldung Einhalt geboten werden. Betroffen von den Änderungen sind nahezu alle Teams der V-Klassen. Das ist aber nicht nur eine der größten Klassen der VLN – die V4 – mit der Armada der BMW 325i. Betroffen sind auch die Clios, Meganes, die Toyota GT86 – mit eigenem Markenpokal – und die Caymans von Porsche und viele mehr.

Welchen Spagat die VLN an dieser Stelle wagt, wird erst sichtbar, wenn man sich die unterschiedlichen Aussagen der Teams zu Gemüte führt und im Detail studiert. Wer schon mal versuchte, zwei Dutzend pubertierender Teenies unter einen Hut zu bringen, hat vielleicht eine ungefähre Vorstellung von der Komplexität dieses Wagnisses.

Zugegeben, wo Adrenalinjunkies um einen ersten Platz im Rudel kämpfen, ist sich jeder selbst der Nächste. So ist das auch im Motorsport. Und jeder vertritt seinen eigenen Standpunkt. Logisch, es geht hier nicht nur um Anerkennung oder den-Kopf-befreienden Freizeitausgleich. In erster Linie geht es hier um Geld. Und bei Geld hört die Freundschaft auf.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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