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VLN 2018: vorläufige Ausschreibung bringt umfangreiche Änderungen in den V-Klassen mit sich


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Vor wenigen Tagen veröffentlichte die VLN die vorläufige Ausschreibung zur kommenden Saison der Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring. Ein großes Update erfuhren dabei – neben der Unterteilung der SP9-Klasse in Professionals, Premiums und Amateure – die Produktionswagenklassen.
Das mit Abstand größte Teilnehmerfeld der VLN erfährt in der kommenden Saison ein massives Update, wenn die Ausschreibung vom DMSB so abgesegnet wird, wie sie aktuell da steht. Zu den Produktionswagen zählen unter anderem die Armada der BMW 325i in der V4-Klasse, sowie die Toyota GT86, die Clios und Meganes von Renault, sowie die Porsche Cayman. Der gesamte Feldanteil wird hier von verschiedenen Stellen auf 30% geschätzt.

nur noch Originalteile

Betroffen von schwerwiegenden Anpassungen sind nahezu alle Teams und Fahrzeuge des Feldes. So müssen zukünftig Buchsen und Lager aus ehemals standfestem PU-Material auf serienmäßiges Gummimaterial getauscht werden, dessen Haltbarkeit auf ca. 1/3 der Haltbarkeit der PU-Pendants geschätzt wird. So heißt es auf Seite 71 der Ausschreibung unter Punkt 2.6.1 Fahrwerk der Ausschreibung neu:Es dürfen ausschließlich serienmäßige, für den entsprechenden Fahrzeugtyp und Verwendungszweck vorgesehene, Originalteile verwendet werden. Die Verwendung von Aftermarket-Teilen (Zubehörbauteile) ist nicht zulässig.

Die Kommissare streben hier Kostenersparnis und Kontrollierbarkeit an. Wenn alle Teams die gleichen Komponenten verwenden gibt es hier keine Vor- und Nachteile mehr für die Teams untereinander. Der sicherheitstechnische Aspekt kann an dieser Stelle von uns nicht festgelegt und bewertet werden. Erste Teams und Fahrer sprechen hier jedoch ihre Bedenken aus.

Fahrwerk

Weiter führt das Dokument fort: „Bei Stoßdämpfern für die Vorderachse mit kleinerem Außendurchmesser dürfen zum Ausgleich auf das Serienmaß zylindrische Buchsen verwendet werden.
Durch diese Ausgleichsbuchsen dürfen keine kinematischen Veränderungen vorgenommen werden (z.B. Sturz, Nachlauf, etc.). Die Aufnahmepunkte und die Halter (Bracket) der hinteren Stoßdämpfer müssen der Serie entsprechen […]

Die Stoßdämpferwahl bleibt weiterhin freigestellt. Zum Einsatz kommen in der Regel Dämpfer von Bilstein oder KW-Fahrwerke. Dennoch müssen die Dämpfer von KW herstellerseitig überarbeitet werden, was einem Marathonlauf für KW darstellt, wenn man bedenkt wie viele Teams ihre Fahrzeuge mit KW-Fahrwerken ausgestattet haben.

Die Stabilisatoren der Hinterachse werden ebenfalls fest definiert. Stabilisatoren dürfen durch andere Stabilisatoren und Pendelstützen ersetzt werden wobei deren Befestigungs-und Anlenkpunkte beibehalten werden müssen. Verstellbare Stabilisatoren sind verboten, außer wenn es der Serie entspricht.

Auch hier ist das Ziel der Anpassungen die Kostenreduktion für die Teams, da Serienteile um einiges günstiger sind, als Motorsportteile. Außerdem will man hier die Überprüfbarkeit und Vergleichbarkeit zwischen den unterschiedlichen Fahrwerksanwendern verbessern. Änderungen am Fahrwerk betreffen jedoch vornehmlich Teams mit KW-Fahrwerken.

Differenzialsperren

Neu ist: Zukünftig dürfen die Teams in allen Klassen mechanische Differenzialsperren verbauen. Man möchte hier den älteren Fahrzeugen den Nachteil gegenüber neueren Modellen mit einem Softwaresperrsystem nehmen.

Abzuwarten bleibt, ob und wie die Änderungen in das offizielle Reglement übernommen werden. Lt. Generalbevollmächtigtem Ralph-Gerald Schlüter werden „Entscheidungen sorgfältig und mit Sachverstand abgewogen werden.“. Welche Mehrkosten oder Einsparungen hier im Endeffekt dann für die Teams entstehen, kann aktuell nur geraten werden.

Abzuwarten bleibt auch, wie Teams und Fahrer hier reagieren, da auch der zeitliche Rahmen immer enger wird. Bis zum ersten Rollout der Fahrzeuge, anlässlich der kommenden VLN-Saison, werden noch maximal 2 Monate vergehen. Zum ersten Märzwochenende werden sich die Teams am Nürburgring zu den Test- und Einstellfahrten 2018 einfinden.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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