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Rückblick Teil 2: Das war die WEC 2016

Das Motorsportjahr neigt sich zum Ende und viele Ereignisse haben uns beschäftigt. Wir schauen zurück auf eine bewegte Saison 2016 in der WEC

Benoît Tréluyer, André Lotterer, Marcel Fässler
Wie bereits im ersten Teil unseres Rückblickes die VLN, so wollen wir heute auf die World Endurance Championchip – die WEC – zurückschauen. Kein Ereignis hat eine Rennserie in den letzten Jahren so überschattet, wie Audis Austritt aus ebendieser Serie vor dem 6 Stunden Rennen von Shanghai. Ein wahrhaftiges Erdbeben hat diese Meldung ausgelöst. Ein gesamter Pokal wurde in Frage gestellt, gar die Auflösung der Weltmeisterschaft. Der ACO sucht händeringend nach Nachfolgern, damit die FIA besänftigt wird. Denn das Regelwerk sagt mindestens drei Hersteller je Weltmeisterschaft vor.

Besonders überraschend war, dass die LMP1-Prototypen trotz geringerer Energiezuweisungen gegenüber dem Vorjahr kaum langsamer fuhren. Das zeigte nur, welche Meisterleistungen in der Winterpause von den Herstellern erbracht wurden.

Aber schauen wir uns die WEC-Saison 2016 chronologisch an.

6 Stunden von Silverstone 2016

Nachdem Audi, Porsche und Toyota bereits im März ihre überarbeiteten LMP1-Fahrzeuge für die Saison 2016 vorstellten, hieß es am 17. April 2016 in Silverstone: „Showdown“ und alle Teams in allen Klassen mussten Ihre Karten das erste Mal auf den Tisch legen. Das Ergebnis kam dem geneigten Fan aus dem Vorjahr dann doch sehr bekannt vor. Porsche dominiert das erste Freie Training, Audi fährt hinterher und Toyota schaut nur zu. Bei wechselnden Wetterbedingungen mit zeitweisem Schneefall war es aber auch nicht so einfach, ein konstantes Ergebnis abzuliefern.

In den Reihen der privaten LMP1-Mannschaften fiel am ByKolles P1/01 eine Neuheit besonders auf: Die Frontpartie, die doch etwas an die Variante von Audi erinnerte. Mit der neuen Nase nahmen Rossiter, Trummer und Webb den Wettbewerbern von Rebellion mit 1:48.860 Minuten in der schnellsten Runde über 1,5 Sekunden Vorsprung ab.

In der LMP2-Klasse war G-Drive das Maß der Dinge. Rene Rast, nach Audis Abstellen des dritten Werksfahrzeuges nun bei dem russischen Rennteam angestellt, stellte seinen Ligier-Nissan auf die Pole-Position in der Klasse. In der GTE-Pro-Klasse war Ferrari das Maß der Dinge. Die Italiener beanspruchten mit Bruni/Calado (#51) und Bird/Rigon (#71) die Spitze für sich. Der drittplatzierte Porsche #77 mit Richard Lietz am Steuer lag deutlich über eine Sekunde hinter dem ersten Platz. Auch in der GTE-Am kam man nicht an den Italienern vorbei.

Doch das erste Rennen der Saison sollte ein völlig anderes Ergebnis vorbringen. Trotz der Dominanz des neuen Porsche 919-Hybrid war für Porsche in Silverstone nicht mehr als ein zweiter Platz zu holen. Nach dem heftigen Crash von Brandon Hartley beim Überrunden eines langsameren Fahrzeuges war nur noch die Nummer #2 bei Porsche im Rennen. Dieser wurde ebenfalls in einen Crash verwickelt, konnte jedoch weiterfahren und hatte später mit technischen Problemen zu kämpfen. Durch den Streik des Hybrid-Systems bei Audis Nummer 2 fielen auch Lucas di Grassi, Loic Duval und Oliver Jarvis aus, sodass bereits zwei der sechs vertretenen Werksfahrzeuge aus dem Rennen waren.

Den Kampf um den Sieg machten anschließend die im Rennen verbliebenen Crews von Audi und Porsche unter sich aus. Mit einer Runde Rückstand erbte Toyota den Dritten Platz beim Renndebüt des TS050, der alles andere als eine Glanzleistung abgab. Der zweite Toyota fuhr gar hinter den Privatiers der LMP1 über die Ziellinie. In den GTE-Klassen dominierte Ferrari von Anfang an. Bereits hier munkelte man, die Balance-of-Performance sei vielleicht nicht so gut ausbalanciert, wie man sich das bei FIA/ACO wünschte.

6 Stunden von Spa-Francorchamps 2016




Das erste Maiwochenende stand vor der Tür und in Spa wurden die Vorgärten aufgehübscht. Denn die WEC kommt zu Besuch. Am 07. Mai 2016 fiel der Startschuss zum zweiten Kräftemessen der Saison auf der Ardennen-Rennbahn. Dieses Rennen werden Stefan Mücke und Nicki Thiim wahrscheinlich nicht so schnell vergessen. Denn beide lieferten atemstockende Crashs ab, über die noch lange gesprochen werden wird. Während Stefan Mücke seinen Ford-GT in der Eau Rouge in die Reifen wirft und komplett zerlegt, wird Nicki Thiim von einem vorbeifahrenden Kollegen gedreht und Rückwärts über einen Reifenstapel aufs Dach gelegt. Beide Fahrer entkamen unverletzt ihren Wracks. Stefan Mücke wurde vorsichtshalber über Nacht im Krankenhaus überwacht.

Nach einem fehlerfreien Rennen in ihrem Audi R18 feierten Di Grassi, Duval und Jarvis mit zwei Runden Vorsprung vor dem Porsche von Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb ihren ersten gemeinsamen Sieg. Und die Spannung nahm keinen Abriss. Im Laufe des Rennens lag jedes der drei Werksteams mal mit deutlichem Vorsprung an der Spitze. Wie schon in Silverstone hatte Porsche in Spa von Anfang Oberhand. Doch durch einen technischen Schaden am Hybrid-System fielen die Zuffenhausener mit der Nummer #1 hinter beide Audis und Toyotas zurück. Aber das sollte noch nicht das Ende der Pechsträhne sein. Nachdem Timo Bernhard das Steuer am Ende der ersten Stunde von Heartley übernommen hatte, schlug der Fehlerteufel auch bei ihm zu. Ein Reifenschaden vorne links kostete wertvolle Zeit und kaum 20 Minuten später war der nächste Reifen kaputt. Ein folgender Getriebeschaden versetzte die Nummer #1 dann endgültig an das Ende des Feldes. Nach den Ausfällen der beiden Toyotas, die zwischenzeitlich bequem führten, konnte Audi das Rennen sehr entspannt mit dem einzig verbliebenen Fahrzeug zu Ende fahren, da der Porsche mit der Nummer #2 bereits 2 Runden Rückstand hatte. Dritter wurde das Rebellion-Trio mit Alexandre Imperatori, Matheo Tuscher und Dominik Kraihamer im #13 R-One vor dem Schwesterauto mit der Startnummer 12.

Das Siegertreppchen in der GTE-Klasse kannte man bereits von Silverstone. Auch auf dem belgischen Rundkurs dominierten die Italiener vom Start bis zum Zieleinlauf.

24 Stunden von Le Mans 2016

Der 18./19. Juni 2016 steht an. Die Blicke der Motorsportfans richten sich nach Le Mans. Und wir rauschen einfach vorbei. Auch wenn das 24h-Rennen in der WEC zum offiziellen Renngeschehen beiträgt wollen wir hier ein Sprung zu den 6 Stunden vom Nürburgring machen. Denn die 24h von Le Mans haben einen eigenen Artikel verdient. Dazu später jedoch mehr.

6 Stunden vom Nürburgring 2016




Am 24. Juli 2016 schlug die WEC ihre Zelte in der Eifel auf. Und die Eifel zeigt sich mit wechselnden Wetterverhältnissen von ihrer besten Seite. So konnte sich Audi im Qualifying den besten Platz sichern. Nach dem Startschuss meldete sich jedoch Porsche umgehend im Geschehen zurück. Doch kamen die Zuffenhausener in der Anfangsphase nicht an Audi vorbei. „Im ersten Rennabschnitt waren sie sehr stark“, sagt Porsche-Fahrer Mark Webber. „Dann allerdings ging ihnen scheinbar die Luft aus. Das war natürlich gut für uns.“. Mit jeder gefahrenen Runde wuchs der Vorsprung des #1 Porsche, der schließlich überlegen als Erster die Zielflagge sah – in den Händen von Timo Bernhard, der auch den Startstint gefahren war. „Das große Ziel war der Heimsieg. Aber diesen Heimsieg mussten wir uns hart erkämpfen“, sagt der Deutsche. Denn trotz der Überlegenheit hatte auch Porsche mit technischen Problemen zu kämpfen. Ein schleichender Plattfuß zwang die Schwaben zu einem vorzeitigen Boxenstob und einer angepassten Strategie.

Von Toyota war während dem Ganzen Rennen nichts zu sehen. Erhoffte man sich doch nach der Dominanz in Le Mans etwas mehr als nur die Sicht auf die Rücklichter der Konkurrenz.

Für Aufregung im Rennverlauf sorgte dagegen Andy Priaulx. Während er bei einem Boxenstopp ins Auto einstieg, klemmte es beim Betanken seines Ford GT offensichtlich ein wenig und so schoss ihm im Auto sitzend eine Ladung Sprit in den Schoß und aufs Auto und fing sofort Feuer. Mit einem beherzten Sprung aus dem Auto konnte sich der Brite jedoch schnell retten. Der eingeschäumte Ford-GT konnte wenige Runden später sogar wieder am Rennverlauf teilnehmen.

Überraschend war auch der Rückzug des Zweitfahrzeuges aus dem Rennstall Rebellion-Racing. „Durch die Werksteams ist das Level in der LMP1 entscheidend angehoben worden“, sagte Teamchef Bart Hayden. „Um unsere Konkurrenzfähigkeit in dieser Kategorie zu verbessern, müssen wir mehr Zeit und mehr Ressourcen in die Rebellion-Autos für 2017 investieren. Als kleines Privatteam mit limitierten Ressourcen haben wir uns entschlossen, uns in den restlichen Rennen der FIA WEC lieber auf ein Auto zu konzentrieren als auf zwei. Dadurch können wir mehr Arbeit und Zeit für die Updates der Autos für 2017 freischaufeln.“

6 Stunden von Mexiko 2016




Premiere feierte die WEC am 03. September 2016. Denn das erste Mal seit dem Bestehen besucht der Rennzirkus den südamerikanischen Kontinent und schnuppert Höhenluft in den Anden. Beeindrucken konnte der Grand-Prix-Kurs in der Millionenmetropole vor allem mit der Arena, durch die die Boliden während des 6 Stunden Rennens bis zu 162 Mal wie Gladiatoren vor den Zuschauerrängen vorbei fuhren.
Auch für die Teams war es eine neue Erfahrung. Denn trotz aller Professionalität hatten alle Hersteller mit dem Luftdruck und den Wetterbedingungen auf 2300 Metern über Null zu kämpfen. Aus diesem Grund blieb es auch lange Zeit schwer zu sagen, welches Team hier tatsächlich als erstes die Zielflagge sieht. Reifenwechsel von Regenreifen auf Slicks und wieder zurück und technische Schwierigkeiten sorgten für einen regen Wechsel an der Spitze. Insgesamt konnte sich jedoch am Ende der Porsche mit der Nummer #1 das Siegerpodest sichern, da Audi und Toyota mit technischen Problemen oder gar Komplettausfällen zu kämpfen hatten. Schlussendlich sah man auf dem Treppchen ein altbekanntes Bild: Platz 1 Porsche, Platz 2 Audi und Platz 3 für Toyota.

In der Herstellerwertung führt Porsche nun mit 201 Punkten vor Audi (158) und Toyota (112). Die Fahrer Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb besitzen jetzt 41 Zähler Vorsprung in der Fahrerwertung.

6 Stunden von Austin 2016

Der Circuit of The Americas in Austin rief und die WEC fand sich zum 6 Stunden Rennen von Austin am 17. September 2016 in Nordamerika ein. Mit Spannung wurde der Rennverlauf verfolgt, da Audi beim Rennen in die Nacht auf dem amerikanischen Traditionskurs lange Zeit die Oberhand behielt. Erst mit Ablauf der 4. Rennstunde wurde es eng für die Ingolstädter, die bis dahin souverän ihre Spitzenposition verteidigten. Die dritte der insgesamt vier Gelbphasen brachte für Porsche den entscheidenten Vorteil. Die Schwaben nutzten diese Unterbrechung für einen regulären Boxenstopp, den Audi gleichwertig kurz zuvor jedoch unter Grün verbrachte. So konnten Marc Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard den Abstand ihrer Nummer #1 auf den Führenden mit der Nummer #8 so verringern, dass sie sich nach Ende der Gelbphase wieder in Schlagdistanz befanden und Audi das Leben zur Hölle machten. Eine Kollision des #7 Audis sorgte zu allem Überfluss noch für einen Ausfall des Boliden

So kam hinter dem siegreichen #1 Porsche von Bernhard, Webber und Hartley der #8 Audi von Di Grassi, Duval und Jarvis auf Platz 2 ins Ziel. Der Rückstand betrug 23,6 Sekunden. Das Podest komplett machte Toyota mit Stephane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi im TS050 mit der Startnummer 6. Dahinter verteidigten Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb mit Platz 4 im #2 Porsche ihre Führung in der Gesamtwertung. Den drei #1 Porsche-Piloten gelang mit dem Sieg in Austin nach ihren Siegen am Nürburgring und in Mexico City ein Hattrick, den nur wenige für sich beanspruchen konnten.

Anfang Oktober verkündet Rebellion-Racing nun den Ausstieg aus der LMP1-Klasse für die Saison 2017 und stattdessen einen Start in der LMP2-Klasse, da man glaube, hier konkurrenzfähiger zu sein. Außerdem verkünden die Münchner Motorsport-Enthusiasten rund um Jens Marquardt Interesse an einem Start in der GTE-KLasse. Vor der Saison 2018 müsse man hier aber auf keinen Fall mit Ergebnissen rechnen. Im November wird dieses Thema durch die Nennung der Werksteams und der Fahrer festgemacht. 2018 meldet sich BMW mit dem ehemaligen DTM-Team MTEK in der Langstreckenserie des ACO zurück. Somit ist auch ein Start bei den 24h von Le Mans sicher.

6 Stunden von Fuji 2016

Die WEC-Saison 2017 bewegt sich langsam aber sicher gen Ende und man trifft sich zum 7. und damit vorvorletzten Lauf am 16. Oktober 2016 am Fuße des Mount Fuji an der Ostküste Japans. Noch malen sich alle Werksteams Chancen für den Weltmeistertitel in der WEC aus, die für alle Teams auch auf keinen Fall schlecht stehen. Allen voran möchte Toyota beim einzigen Heimrennen siegen, wie Timo Bernhard am Nürburgring.

Porsche muss derweil den Rücktritt von Mark Webber verkraften. Dieser kündigte im Vorfeld des 6 Stunden Rennens von Fuji seinen Rückzug an. Nach mehr als 20 Jahren im Rennsport teilte Webber mit: „Das Leben vergeht so schnell und es schwierig, diesen Job halb schwanger zu erledigen. Man muss sich wirklich ganz einbringen und die ganzen Testfahrten, alles, was mit dem Fahren einhergeht, die Rennen, sind nicht immer die Parameter, nach denen man sich richten will.“ Laut eigener Aussage spielte Webber bereits seit Mai (Spa) mit dem Gedanken, dies könne sein letztes Jahr als aktiver Rennfahrer sein. Die Angst vor Unfällen sei dabei ein entscheidender Faktor gewesen, so Webber.

Tatsächlich gewannen die Japaner ihren Heim-Grand-Prix. Toyota hat nun erstmals seit dem Lauf in Bahrain im Jahr 2014 einen Wertungslauf der WEC gewonnen. Die Pechvögel des 24h von Le Mans Rennens ließen der deutschen Konkurrenz keinen Stich zu und sicherten sich das Podest mit einem überragenden 1. Platz. Dem Audi-Trio Duval, di Grassi und Jarvis war es schlichtweg unmöglich Toyota auf den letzten Metern zu überholen. Von den Porsche-Hybriden sah man an diesem Wochenende kaum einen Funken. Dem besten Zuffenhausener fehlten am Ende 17 Sekunden auf die Spitze. Der zweite Audi parkte nach einem technischen Defekt am Hybrid-System bereits vor Ablauf des Rennens in der Box.

In der LMGTE-Pro-Wertung sicherte sich Ford mit den zwei GT’s von Chip Ganassi UK einen Doppelsieg. Mit rund 15 Sekunden Vorsprung sicherte sicherte sich das Duo Priaulx, Tincknell den ersten Platz vor dem Schwesterfahrzeug von Oliver Pla und Stefan Mücke.

Was in Fuji noch als Gerücht kursierte und dementiert wurde, sollte vor dem 6 Stunden Rennen von Shanghai traurige Gewissheit werden. Audi Motorsport zieht sich nach 18 Jahren Prototypen-Rennsport also tatsächlich aus der WEC zurück. Begründet wird das mit der Neuausrichtung der Motorsport-Abteilung der Ingolstädter in Richtung Formula E. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war jedoch der Dieselskandal des Mutterkonzerns Volkswagen in dessen Folge auch das Engagement in der WRC nach sehr erfolg- und siegreichen Jahren gekappt wurde. In der Motorsportwelt löste diese Meldung ein mittelgroßes Erdbeben aus. Auch für Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich ist nach der Saison 2016 Schluss.

6 Stunden von Shanghai 2016

Die 6 Stunden von Shanghai am 06. November 2016 standen von nun an unter keinem guten Stern. Wenn auch ACO und FIA versuchen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. In Folge des Grand Prix in China vermeldet auch Strakka den vorläufigen Rücktritt aus der WEC. Man wolle sich 2017 lieber zusammen mit McLaren auf Blancpain GT Series konzentrieren.
Porsche hat beim vorletzten Rennen zur Langstrecken-WM (WEC) 2016 in Shanghai einen weiteren Sieg erzielt und Toyota in Schach gehalten. Audi wiederum erlebte ein Debakel. Neben technischen Problemen schienen auch die Fahrer-Trios an diesem Wochenende wie ausgewechselt. Während des Rennens kollidierten beide R18 in der Haarnadelkurve der Rennstrecke, sodass die #7 einen längeren Reperaturstopp einlegen musste und sich aus der Titelentscheidung endgültig verabschiedete.

An der Spitze kämpften indes Porsche und Toyota bis zum Schluss um die Podestplätze und den zu erwartenden Sieg. Die Reihenfolge zum Schluss lautete entsprechend wenig überraschend: #1 Porsche, #6 Toyota, #5 Toyota und #2 Porsche. Mit Rundenrückstand belegte der #8 Audi den 5. Platz vor dem #7 Audi und den LMP1-Privatiers von ByKolles. Für Porsche hieß der Sieg in Shanghai hingegen Gesamtsieg in der Herstellerwertung 2016. In der Fahrerwertung haben die Toyota-Piloten der #6 einige Punkte auf die Porsche-Crew in der #2 aufgeholt. In der Gesamtwertung führen Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb nun mit 152 Punkten vor Mike Conway, Kamui Kobayashi und Stephane Sarrazin, die auf 135 Punkte kommen.

BR Engineering und Dallara LMP1 Projekt
Photo: John Dagys
Inzwischen zeigt Porsche nun erste Bilder des neuen 911er RSR, der bereits in der Saison 2017 in der WEC eingesetzt werden soll. BR Engineering und Dallara zeigen dagegen Bilder ihres gemeinsamen LMP1 Projektes, welches aber nicht vor 2018 einsatzbereit sein wird.

6 Stunden von Bahrain 2016

Die World Endurance Championchip geht in die letzte Runde und findet sich zum Finale – die 6 Stunden von Bahrain – am 19. November 2016 in der Wüstenmetropole Bahrain ein. Nach einem fullminantem Saisonfinale der WEC beim 6h-Rennen von Bahrain besiegelt Audi das Ende des LMP1-Programms mit einem Doppelerfolg im Abschiedsrennen.
Packend und rührend zugleich beendet Audi sein Prototypen-Programm mit dem Audi R18 e-tron mit einem ersten und zweiten Platz im 6h Rennen von Bahrain. Die Ingolstädter gewannen das Rennen auf dem Wüstenrundkurs nach einer Doppel-Pole ohne größere Zwischenfälle und leichtläufig, wie man es von Audi zwar in der Saison 2016 nicht gesehen hat aber gewohnt ist. Die Ingolstädter Werksmannschaft errang beim Finale der Langstrecken-WM einen Doppelerfolg.

„Wir hatten uns heute in Bahrain das Maximum vorgenommen, und genau das haben wir auch erreicht“, sagte Stefan Dreyer, Leiter LMP von Audi Sport. „Ein riesiges Dankeschön an diese Spitzenmannschaft, an das Audi Sport Team Joest, an unsere Fahrer und an alle, die dies hinter den Kulissen in Neuburg, Neckarsulm und Ingolstadt ermöglicht haben. So emotional und berührend dieser Abschied auch erscheinen mag, so sehr freuen wir uns doch auch über diese sportliche Spitzenleistung mit dem Doppelsieg und den beiden Vize-Weltmeistertiteln. Einen herzlichen Glückwunsch an alle.“

Uns bleibt nun nichts anderes zusagen als „Danke“. Danke an alle Teilnehmer, Teams, Fahrer, Mitstreiter, Kollegen und Verantwortliche der WEC. Danke für eine spektakuläre Saison 2016. Auf ein Neues!

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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