Rennsport Marshal Team Eifel – Fahren, um zu verstehen


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30 wissenshungrige Marshals haben sich zusammengetan und ein Rennteam aus dem Boden gestampft. Ziel ist es in erster Linie Erfahrungen zu sammeln, wie es sich von der anderen Seite der Strecke anfühlt an einem Rennen teilzunehmen. Nämlich aus Sicht der Fahrer.

17 Sportwarte, 7 Rennmechaniker (KFZ-Meister, Entwicklungsingeneur und Helfer), 3 Fahrer sowie 3 Team-Hauptverantwortliche – Das ist das Rennsport Marshal Team Eifel und existiert nun seit ungefähr 7 Jahren. Der Gedanke, den alle Mitglieder gleichermaßen verfolgen: Motorsport sicherer zu machen. Soweit so gut.

Seit wenigen Monaten jedoch verfolgt die ambitionierte Truppe einen zusätzlichen Gedanken. Wie fühlt es sich an, ein Rennen aus Sicht der Fahrer zu erleben? Sicher, der ein oder andere Sportwart konnte bereits erste Eindrücke bei den verschiedenen Taxifahrten sammeln, die die großen Rennteams Freitags vor einem Rennen anbieten. Aber das war dem Marshal Team nicht genug. Denn es fehlte noch etwas – das Fünkchen echte Rennaction.

So organisierte sich das bisher sehr gut eingespielte Team ein Fahrzeug und fuhr fortan bei der GLP auf der Nordschleife mit der Startnummer 332 – einem Seat Leon – um zumindest mal Rennluft zu schnuppern und Erkenntnisse für die kommende Saison zu sammeln.

Ab der Saison 2018 wird das Rennsport Marshal Team Eifel „Rennteam“ dann die gesamte GLP Saison auf der Nordschleife bestreiten. So kann bei jedem Lauf ein anderer Sportwart oder Anwärter auf dem Beifahrersitz platznehmen und erfährt den Rennalltag aus der Sicht eines Fahrers. Die Sportwarte und Marshals erhalten damit einen ganz neuen Blick auf ein Rennen und können aufkommende Situationen noch besser einschätzen und noch gezielter reagieren.

Erste Erkenntnisse werden bereits umgesetzt

Aus den ersten beiden GLP-Läufen konnte das 30-köpfige Team bereits erste Konsequenzen ziehen. Seit 2014 auf einem festen Abschnitt (Hohe Acht bis Brünnchen) eingesetzt, arbeiten die Mannen und Mädels an einem Konzept um deren Abschnitt – Posten 160 und 161 – sicherer zu machen. Seit kurzem werden an diesem Abschnitt diese beiden Posten gespiegelt, da die 161 in einem schlecht einsehbaren Bereich liegt. Liegt hier also eine Gefahrensituation vor, zeigt der vorliegende Posten (160) das identische Signal und der davorliegende Posten bereitet dann darauf vor.

Josef Merkelbach, Einsatzleiter des RMTE „Um mal ein Beispiel zu nennen: den Posten 161 am Eingang zum Brünnchen. Wir in unserem Abschnitt 14 haben sofort reagiert und werden ab sofort an Posten 160 den Posten 161 spiegeln. Die Sicht aus dem Auto war für unsere Leute etwas ganz Neues. Sie waren überrascht, wie fokussiert die Fahrer doch auf die nächste Kurve sind und wie kurz man eigentlich nur Flaggensignale wahrnimmt“

Weiter erklärt der Einsatzleiter die Erkenntnisse: „Beim letzen GLP-Lauf kam dann noch dazu, dass durch den Nebel auf der Strecke blind in Kurven gefahren wurde. Das war für die Sportwarte im Team doch schon etwas beängstigend. Man kannte zwar den Nebel, wenn man ihn morgens auf der Fahrt zum Posten erlebt. Im alltäglichen Straßenverkehr fährt man ja aber noch mal ganz andere Geschwindigkeiten, als bei einem GLP-Lauf.“

Sponsoren sowie Sportwarte und Anwärter gesucht

Da der Bereich Motorsport auch mit Kosten verbunden ist, suchen wir aktuell noch Firmen/Vereine oder ähnliches die uns auf unserem Weg unterstützen möchten. Weiterhin sind wir ständig auf der Suche nach Menschen die motorsportbegeistert sind und dieses mit uns zusammen als Teil der Streckensicherung in unserem Team erleben möchten. Auch in der Planung ist das 30köpfige Team schon sehr professionell unterwegs. Hier stehen bereits die nächsten 5 Jahre im Kalender festgeschrieben. Das ambitionierte Ziel 2022: Das ADAC-Zurich 24h-Rennen am Nürburgring.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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