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N24h 2017 – mit Glück im Unglück zum Herzschlagsieg

Dieses 24h-Rennen am Nürburgring wird so schnell keiner vergessen. Vor allem nicht Land-Motorsport.

Foto: 2017, Michael Brückner
Glück im Unglück hatte Schubert Motorsport bereits am Freitag im Top30-Qualifying. Wer glaubte, das sei nicht zu toppen, hat die Rechnung ohne Wolfgang Land, seine Crew und allen voran Kelvin van der Linde, Christopher Mies, Connor de Phillipi und Markus Winkelhock gemacht. Nach einem fast schon verloren geglaubten 23,5h-Rennen bog das Audi-Team aufgrund unheimlichen Glückes auf die Zielgerade ein und schoß Meilenstiefeln Richtung Sieg. Regen in der letzten halben Stunde und ein verpatzter Tankstopp sorgte für Umdenken und schnelles Handeln bei den Mechanikern.

Eine halbe Stunde vor Rennende zeigte sich die Eifel von ihrer typischen Seite. Bin Minuten gingen auf Teilen der Strecke Regenschauer runter, welche die Strecke stellenweise unter Wasser setzte. Diese Schauer sollten dafür sorgen, dass alle Karten noch einmal neu gemischt wurden. Letztlich erntete das bis dahin zweitplatzierte Audi-Team – durch einen Patzer der Land-Mechaniker beim Tankvorgang – die Führung, musste diese jedoch binnen der letzten Runde gegen den dritten Platz eintauschen. Land-Motorsport setzte alles auf eine Karte und zog der #29 Regenreifen auf. Zwar sah zu dem Zeitpunkt kein des Grandprix-Kurses bis Aremberg auch nur einen Tropfen Regen, doch sollte sie die Entscheidung lohnen, da der nasse Abschnitt der Nordschleife mit den Slicks einfach nicht befahrbar war.

Foto: 2017, Michael Brückner
Ebenso wie Land-Motorsport entschied man sich im letzten Boxenstopp für die Regenreifen, doch sollte es für das BMW-Team noch für einen zweiten Platz reichen. Im ungeahnten Sprint holte Nick Catsburg, den durch den Boxenstopp angeschwollenen Abstand zum WRT-Audi auf und überholte diesen in einem ungeahnten Finish. „Wir haben alle gehört, dass die Chance auf Regen besteht. Im Auto war ich mir jedoch sicher, dass es nicht regnen würde, denn es war so sonnig. Das Team hat mir dann über Funk mitgeteilt, dass erste Tropfen gemeldet werden. Aber als ich an dieser Stelle vorbeikam, war es vollkommen trocken. Das ist zweimal passiert… und plötzlich hat es richtiggehend geschüttet, aber nur auf einzelne Abschnitte der Strecke begrenzt. Deshalb bin ich auf Slicks geblieben. Doch in der zweiten Runde, nachdem der Regen eingesetzt hatte, stand Wasser auf großen Teilen der Strecke. Es war mir bei 10 km/h fast nicht möglich, das Auto auf der Strecke zu halten. Auf der letzten Runde war das Auto auf Regenreifen einfach fantastisch, und es ist uns gelungen, noch den zweiten Platz zu holen.“, sagte Catsburg im Anschluss.

Norbert Siedler im besten Porsche auf Platz 6

Foto: 2017, Michael Brückner
Auch Norbert Siedler zeigte sich nach dem Rennen beeindruckt. Der Tiroler überquerte die Ziellinie am Sonntagnachmittag auf dem sechsten Platz. Trotz eines Performance-Nachteils konnte er sich gemeinsam mit seinen Frikadelli-Teamkollegen Klaus Bachler, Michael Christensen und Lucas Luhr von Startplatz 29 aus durch das Feld kämpfen und ging am Ende auch als bestplatzierter Porsche in die Wertung. Eine halbe Stunde vor Schluss, erkannte Siedler die große Chance für sein Team: „Durch den Heckmotor ist der Porsche 911 im Regen eine echte Waffe“, schildert Norbert Siedler. Blitzschnell entschied sich das Team Frikadelli Racing für einen zusätzlichen Boxenstopp mit Reifenwechsel. Ein Schachzug, der sich als goldrichtig erwies: Schlussfahrer Luhr konnte auf den Regenreifen sofort attackieren und brachte den Frikadelli-Porsche auf einem ausgezeichneten sechsten Platz ins Ziel.

Pleiten, Pech und Pannen

Foto: 2017, Michael Brückner
Wenig zu vermelden hatten dagegen in diesem Jahr die Sterne von Mercedes-AMG und die Bentleys des Abt. Während der beste Mercedes letztendlich auf dem 5. Platz landete, reichte es für den besten Bentley gerade mal für den 16. Platz. Während die Michelin-bereiften Fahrzeuge mit Reifen- und Abstimmungsproblemen zu kämpfen hatten, verloren die restlichen Fahrzeuge viele Zweikämpfe im Laufe des Rennens mit technischen Ausfällen und Blechschäden. Bei Bentley kam eigentlich nur die #37 einigermaßen reibungslos durch das Rennen, dennoch hatten hrister Jöns, Christian Menzel, Christopher Brück und Nico Verdonck zwischendrin mit Leistungsverlusten zu kämpfen.
Auch der Pole-Setter, der SCG003 Eigenbau von James Glickenhaus, die Nummer 704 war bereits nach wenigen Runden aufgrund eines Auffahrunfalles im Mittelfeld verschwunden. 4,5 Stunden vor Schluss verunfallte die #704 an 11. Stelle liegend mit Andreas Simonsen am Steuer und knallte beim Streckenteil Flugplatz in die Leitplanken.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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