Kurz erklärt: IMSA Topklasse/-DPI Racing Cars

Unterschiede & Gemeinsamkeiten


Im Bereich der Chassis erlaubt die DPI Spezifikation den Anbau herstellerspezifischer Anbauteile, was im Reglement für die LMP2 Fahrzeuge nach FIA/ACO nicht erlaubt ist.

Für die in der WEC und Le Mans eingesetzten LMP2 Fahrzeuge sind ein Einheitsmotor und eine Einheitselektronik vorgeschrieben. Zugelassen ist lediglich der 4-Liter-V8 Saugmotor von Gibson Technology (ehemals Zytec). Die DPI Spezifikation lässt den Herstellern und Teams bei der Wahl des Triebwerks freie Hand, solange die Kernspezifikationen des Reglements für die Triebwerksbestückung eingehalten werden. Damit erhofft man sich in Zukunft eine breite Beteiligung namhafter Hersteller. So hat z.B. Ford darüber nachgedacht auf Basis eines Riley/Multimac Chassis ein DPI Fahrzeug mit Ford Motor und eigenen Aeroteilen zu bauen.

LMP2 und DPI gleich, ist wiederrum die Zeitspanne, für die ein Fahrzeug homologiert wird. Im Sinne der langfristigen Stabilität und Planbarkeit für die Teams, wurden die Homologationen für beide Konzepte bis 2020 festgeschrieben. Um eine gewisse Chancengleichheit in der Topklasse in Nordamerika zu schaffen, wird es eine Balance of Performance (BoP) für die DPI Fahrzeuge geben.

DPI und 24h von Le Mans

Oft wird die Frage gestellt ob wir die DPI Fahrzeuge früher oder später auch in Le Mans sehen werden. Was auf den ersten Blick logisch und vernünftig erscheint, gestaltet sich aufgrund des Reglements des ACO für die 24h von Le Mans zunächst als unmöglich und genießt weder bei ACO noch auf IMSA Seite aktuell eine hohe Priorität.

Da wäre als erster Punkt zu nennen, dass der ACO nach dem momentanen Reglement Werkseinsätze von Prototypen lediglich in der LMP1-Hybrid Klasse zulässt. Würde jetzt z.B. Ford mit einem DPI Fahrzeug auf Basis eines Riley/Multimac in Le Mans starten wollen, so wäre das nicht möglich, da es sich bei der Nennung von Ford um einen Werkseinsatz handeln würde, den das Reglement des ACO für Werkseinsätze nicht zulassen würde, da das DPI Fahrzeug über keinen Hybrid Antrieb verfügt.

So gäbe es noch die Möglichkeit in der LMP2 Klasse in Le Mans zu starten. Auch da wäre mit dem aktuell geltenden Reglement ein Einsatz eher schwierig. Um beim Beispiel des Ford Fahrzeuges zu bleiben, dürfte Ford zwar mit der Chassis-Motor-Kombination aus der IMSA in Le Mans starten, müsste aber alle Ford spezifischen Aerodynamik Anbauteile durch LMP2 Standard-Aerodynamik ersetzen. Damit wäre der Ford nicht mehr konkurrenzfähig. Weiterhin wäre ein Einsatz unter diesen Bedingungen wenig attraktiv für einen Automobilhersteller der sein Konzept präsentieren möchte.

Sieht man sich auf der anderen Seite aktuell die Entwicklungen in der LMP1 Kategorie an, wäre es vielleicht eine Option für den ACO das Reglement so zu ändern, dass die DPI Fahrzeuge unter Werksnennung in der LMP1 fahren dürfen.  Sollte eine entsprechende Änderung des Reglements vom ACO erfolgen, müsste jedoch zunächst die IMSA formell ihr Interesse an einem Start in Le Mans anmelden, was aber dort offensichtlich zurzeit keine Priorität besitzt.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Frank Ullrich ist seit seiner Kindheit begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Was liegt da näher, wie die beiden Hobbys miteinader zu verbinden. Sein erstes Rennen was er besucht hat war das 1000km Rennen 1971 am Nürburgring, dem dann unzählige Besuche bei vielen Rennen seitdem folgten. Anfangs ohne Kamera, ab Mitte der 90er Jahre dann mit Kamera. So richtig ersthaft wurde das Thema Motorsportfotografie dann erst mit der ersten digitalen Spiegelrflexkamera ab 2006. Seitdem wurden weit mehr als 100.000 Aufnahmen bei den verschiedensten Motorsportveranstaltungen aufgenommen, von denen sich viele in seinem großen Archiv befinden. Für Frank ist das Fotografieren ein guter Ausgleich zu seinem Beruf in der IT. neben dem Fotografieren interessiert sich Frank für alles was mit Fahrzeugen, Technik und Benzin zu tun hat.
Kategorie: NewsSchlagwörter: