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Kurz erklärt: IMSA Topklasse/-DPI Racing Cars


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Vergangene Woche wurde bekannt gegeben, dass der amerikanische Traditionsrennstall Penske Racing in Kooperation mit Honda für 2018 ein neues DPI Fahrzeug auf Basis des Oreca 07 Chassis entwickelt. Es soll ab 2018 in der amerikanischen IMSA SportsCar Championship eingesetzt werden. Heute die Bekanntgabe von Joest Racing zur Kooperation mit Mazda in der IMSA WeatherTech Championship.  Wir wollen die Gelegenheit nutzen um das Thema „DPI Racing Cars“, dass bei uns in Europa nicht jedem Motorsportfan geläufig ist, näher zu betrachten.

Geschichte

Um die Geschichte der DPI Racing Cars zu verstehen, wollen wir zunächst kurz klären was sich hinter den drei Buchstaben DPI verbirgt. DPI bedeutet so viel wie „(D)aytona (P)rototype (I)nternational“ und ersetzt seit der Saison 2017 die Daytona Prototype Cars, (DP Klasse) als Top Klasse in der amerikanischen IMSA Serie.

Die DP Fahrzeugklasse wurde im Jahr 2003 von der Grand American Road Racing Association’s (GARRA) für die „Rolex Sports Car Series“ eingeführt und ersetzte dort die Fahrzeugklassen SRP-I und SRP-II.

Grund für die Einführung der DP Klassen war zum einen eine Reduzierung der Kosten, aber noch viel wichtiger, das Thema Sicherheit. Die Fahrzeuge der SRP Klassen waren modifizierte Le Mans Prototypen, und für die langen Geraden in Le Mans gebaut, und damit stark auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt waren.

Die sehr hohen Geschwindigkeiten dieser Fahrzeuge sah die GARRA für die amerikanischen Rennstrecken, als sehr problematisch und gefährlich an.  Die Rennstrecken auf denen die IMSA ihre Rennen gefahren hat, bestanden hauptsächlich aus engen Stadtkursen und Rennstrecken mit Oval-Anteilen wie in Daytona Beach, die nicht für Geschwindigkeiten wie sie in Le Mans gefahren werden ausgelegt sind.  Diese Umstände führten 2003 zur Einführung der DP Prototypen, die bis Ende der Saison 2016 im Einsatz waren.

Das Reglement für die Fahrzeuge galt jeweils 5 Jahre. So gab es bis zum Jahr 2016 drei Generationen von DP Fahrzeugen. (2003-2008, 2008-2012, 2012-2017). Namhafte Hersteller der DP Chassis waren unter anderem Crawford, Dallara, Multimatic, Riley, Proto-Auto Lola, Chase, Corvette, Sabre und Doran. In den Chasis waren Motoren von BMW, Porsche, Ford, Lexus, Infiniti, Pontiac und Honda verbaut.

Zum Saisonstart 2016 wechselte der Titelsponsor der amerikanischen United-SportsCar-Championship. Der Uhrenhersteller Tudor, der bis dahin Titelsponsor war zog sich zurück und der Automobil-Zubehörlieferant WeatherTech übernahm die Rolle des Titelsponsors. Damit wurde aus der „Tudor United Sportscar Championships “die „WeatherTech Sportscar Championships “. Ändern sollte sich nicht nur der Namen.  Zur Saison 2017 gab es tiefgreifende Änderungen im Reglement.

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Aus DP wird DPI

Für die Saison 2017 gibt der Dachverband IMSA signifikante Weichenstellungen für die Zukunft der „WeatherTech SportsCar Championship“ bekannt. Diese betreffen hauptsächlich das technische Reglement der Serie im Bereich der Prototypen-Klassen. Bis zum Saisonende 2016 fuhren in der Topklasse der Meisterschaft sowohl DP Prototypen, wie auch Fahrzeuge, die der vom ACO festgelegten LMP2 Spezifikationen entsprachen. Diese beiden Fahrzeugklassen wurden für die Saison 2017 in einem neuen Reglement zusammengeführt. Damit war die Klasse der DPI Fahrzeuge, „(D)aytona (P)rototype (I)nternational“, geboren und das Ende der DP Fahrzeuge und der LMP2 Fahrzeuge in der IMSA Meisterschaft beschlossen.

 

Das neue Reglement

Bei der Gestaltung des neuen Reglements hat man sich stark am die Vorgaben gehalten, die 2016 von FIA und ACO für die LMP2 Fahrzeuge in der WEC Saison 2017 festgelegt wurden.  Das Reglement für die DPI Fahrzeuge lässt jedoch mehr technischen Spielraum für die Hersteller und Teams.

So wurden für die DPI Fahrzeuge, die gleichen vier Chassis-Lieferanten ausgewählt, die auch von FIA und ACO den Zuschlag für die WEC bekommen haben.   Dallara, Oreca, Onroak(Ligier) und Riley/Multimac, werden die Chassis für die DPI Fahrzeuge bauen. Die Spezifikationen hinsichtlich aerodynamischer Anbauteile und Antrieb sind jedoch nicht in der Form geregelt, wie dies für LMP2 Fahrzeuge in der WEC und Le Mans der Fall ist.

Komplett eigene Chassis müssen die Hersteller für die DPI Fahrzeuge jedoch nicht konstruieren, da die Basis der Fahrzeuge denen der LMP2 Fahrzeuge doch sehr ähnlich ist. Im Kern handelt es sich um eine für zusätzliche Hersteller geöffnete LMP2-Spezifikation.

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Frank Ullrich ist seit seiner Kindheit begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Was liegt da näher, wie die beiden Hobbys miteinader zu verbinden. Sein erstes Rennen was er besucht hat war das 1000km Rennen 1971 am Nürburgring, dem dann unzählige Besuche bei vielen Rennen seitdem folgten. Anfangs ohne Kamera, ab Mitte der 90er Jahre dann mit Kamera. So richtig ersthaft wurde das Thema Motorsportfotografie dann erst mit der ersten digitalen Spiegelrflexkamera ab 2006. Seitdem wurden weit mehr als 100.000 Aufnahmen bei den verschiedensten Motorsportveranstaltungen aufgenommen, von denen sich viele in seinem großen Archiv befinden. Für Frank ist das Fotografieren ein guter Ausgleich zu seinem Beruf in der IT. neben dem Fotografieren interessiert sich Frank für alles was mit Fahrzeugen, Technik und Benzin zu tun hat.
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