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Joest Racing wird Mazda Team Joest

Der Name Joest wird seit jeher mit Motorsport verbunden. Bis zum Ende der WEC Saison 2016 stand Joest seit Jahren in Verbindung mit Audi Motorsport und dem damit verbundenen LMP1-Projekt.

Viele Siege feierte man in der jahrelangen Partnerschaft. Seit Ende 2016 und dem Ausstieg von Audi aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC wurde es jedoch ruhig um das Team Joest aus dem hessischen Wald-Michelbach. Bis zu letzt spekulierten Fans und Medien, wie es mit der Erfolgsmannschaft um Teamchef Reinhold Joest weitergehen würde. Bereits im Januar des Jahres 2017 sah man Geschäftsführer Ralf Jüttner bei den 24h von Daytona mit der DPI-Klasse liebäugeln. Darum ist es kaum verwunderlich, was das Team vor wenigen Minuten auf seiner Webseite veräffentlichte:


Für Mazda Motorsports beginnt heute mit der Gründung des Mazda Team Joest eine neue Ära. Das neue Mazda-Werksteam im Prototypen-Sport wird in der nordamerikanischen IMSA WeatherTech SportsCar Championship in der Klasse „Daytona Prototype international (DPi)“ antreten. Der erste Renneinsatz ist im Januar 2018 das Rolex 24 in Daytona.
Joest Racing ist mit 16 Le-Mans-Siegen, zwei Daytona-Siegen, zehn Triumphen bei den 12 Stunden von Sebring und sechs Siegen beim Petit Le Mans eines der erfolgreichsten Sportwagenteams der Geschichte. Vor allem mit Audi hat Joest als Werksteam von 1999 bis zum Ende des Programms nach der Saison 2016 zahlreiche Erfolge gefeiert. Davor gewann das Team mehrmals in Le Mans und – als Opel-Werksteam – 1996 die ITC. Gegründet wurde der Rennstall 1978 vom damaligen Porsche-Piloten Reinhold Joest.

Mazda ist der bisher einzige asiatische Hersteller, der einen Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans eingefahren hat. Dazu kommen 22 Klassensiege beim Rolex 24, 13 bei den 12 Stunden von Sebring und elf Meistertitel in bedeutenden Rennserien. In der Geschichte der IMSA-Serie ist Mazda mit 155 Siegen die dritterfolgreichste Marke.

„Seit dem dem ersten Renneinsatz im Jahr 1964 hat sich Mazda dem Motto ‚Never Stop Challenging‘ verschrieben”, so Masahiro Moro, Präsident und CEO von Mazda North American Operations (MNAO) und Managing Executive Officer der Mazda Motor Corporation (MMC). “Jedes Mal, wenn wir auf der Rennstrecke antreten, wollen wir Siege und Titel einfahren. Mit der Gründung des Mazda Team Joest haben wir die einmalige Gelegenheit mit einem Team zusammenzuarbeiten, das im Prototypensport sehr erfolgreich ist. Es bietet uns die bestmögliche Chance, Mazda wieder auf die Siegerstraße zu führen. Ich heiße die Joest-Familie in der Mazda-Familie herzlich willkommen. Ich bin überzeugt, dass wir zusammen viele weitere Seiten in der Erfolgsbilanz von Mazda füllen werden.”

„Wir sind sehr stolz und glücklich über diese neue Partnerschaft mit Mazda”, so Ralf Jüttner, Teamdirektor von Joest Racing. „Mazda kann auf eine lange Tradition im Motorsport zurückblicken und hat, vor allem in Amerika, eine sehr große Plattform für Racing-Enthusiasten geschaffen. Für uns bedeutet diese Zusammenarbeit nicht nur die Rückkehr zum amerikanischen Rennsport, in dem wir uns immer sehr wohlgefühlt haben. Vielmehr wird sie bestimmt auch von unserer großen japanischen Fangemeinde begrüßt werden, die uns bei allen unseren Rennen in Japan immer so warmherzig empfangen hat.“

Für John Doonan, den Motorsportdirektor für Nordamerika von Mazda, ist die Zusammenarbeit eine einmalige Möglichkeit. „Dies ist ein ganz wichtiger Zeitpunkt in der Mazda-Motorsport-Geschichte. Wir können bei unserem höchstklassigen Sportwagenprogramm mit einem der besten Sportwagenteams aller Zeiten kooperieren. Was Reinhold Joest, Ralf Jüttner und das ganze Team Joest Racing erreicht haben, wird wohl nie übertroffen werden. Wir sind sehr glücklich, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um Mazda auf die Siegerstraße zu führen und Titel zu gewinnen – und damit die bereits umfangreiche Sammlung von Mazda und Joest Racing in den kommenden Jahren noch weiter zu vergrößern.“

Da der Fokus nun auf der Saison 2018 liegt, wird das derzeitige Prototypen-Team von Mazda an den drei ausstehenden Rennen der IMSA-Serie in diesem Jahr nicht teilnehmen.

„Wir möchten uns bei unserem langjährigen Partner SpeedSource Race Engineering und seinem Besitzer Sylvain Tremblay bedanken”, so Doonan. „Wir haben zusammen in zwei Jahrzehnten in den unterschiedlichsten Rennsportklassen sehr viel erreicht. Sie sind das perfekte Beispiel für ein Team, das in der Mazda-Familie immer weiter gewachsen ist. Vom Amateursport über den GT-Sieg beim Rolex 24 bis zum Prototypen-Programm. Unsere Freundschaft ist sehr fest und sie wird sich auch jetzt nicht ändern.“

Das Mazda Team Joest wird schon bald mit Testfahrten mit dem Mazda RT24-P beginnen, um sich auf die Saison 2018 vorzubereiten. Die von den Serienautos inspirierte Karosserie wird ebenso beibehalten wie der 2-Liter-Reihenmotor Mazda MZ-2.0T, der rund 600 PS leistet und von Advanced Engine Research (AER) entwickelt wurde.

Die kanadische Motorsport-Spezialist Multimatic Motorsport, der bereits in die Entwicklung des Mazda RT24-P involviert war, übernimmt die Führung bei der Weiterentwicklung des Chassis und wird bei Testfahrten und bei Simulationen eng mit Joest zusammen arbeiten. Die vier unter Vertrag stehenden Mazda-Sportwagenpiloten werden an den Testfahrten und bei der Erprobung teilnehmen. Das Fahreraufgebot für 2018 steht jedoch noch nicht fest.


Für den Einsatz in der nordamerikanischen Langstreckenserie IMSA WeatherTech SportsCar Championship in der Klasse „Daytona Prototype international (DPi)“ wird das Team mit Sitz in Wald-Michelbach eine Basis in der Nähe der Metropole Atlanta einrichten.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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