Die TCR-Klasse boomt – neue Hersteller für die kommende Saison


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Die Motorsportsaison feiert gerade Bergfest und die TCR-Klasse wächst gewaltig. Nach Fahrzeugen von Opel, VW, Audi, Seat, Alfa Romeo, Ford, Kia, Subaru, Honda und Peugeot finden immer mehr Hersteller Gefallen an der Einstiegsklasse in den Motorsport

Neben Mini, Hyundai und Toyota wollen auch zukünftig chinesische Hersteller ein Wörtchen in der Klasse mitreden. Und ganz nebenbei wird in der VLN ab dem kommenden Wochenende – dem 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen – der erste Astra TCR aus dem Hause Opel privat eingesetzt.

LAP Motorsports entwickelt Mini TCR

2008 gründete Luis A. Perocarpi LAP MotorSports LLC als eines der führenden Dientsleister für den Aufbau, Betrieb und Vertrieb von Rennporgreammen und Teams in Nordamerika und Europa. Schnell entwickelte sich aus LAP Motorsports ein Spezialist für Mini und deren Renneinsatz weltweit. Mit der Unterstützung von MINI USA begann das Team aus dem nordamerikanischen Brownsburg im Januar ein TCR-Konzept auf Basis des legendären Minis zu entwickeln. Vor wenigen Tagen war die ganze Geschichte so ausgereift, dass man das Konzept der Öffentlichkeit präsentierte. „Unser Interesse an der TCR-Klasse war groß. Wir sahen eine erfolgreiche Zukunft für MINI und uns in dieser Serie“, sagte Perocarpi zu Sportscar365. „Also starteten wir dieses Projekt im Januar von Null auf.“

„Zu dieser Zeit wussten wir noch nicht viel über die Serie und auch die Partnerschaft der IMSA mit dem TCR-Konsortium war noch nicht in trockenen Tüchern. Entsprechend haben wir auch wenige Antworten von den Verantwortlichen bekommen. Also haben wir einfach begonnen.“ setzt der Amerikaner fort.“ Wir haben also all unsere Unterlagen zur TCR geschickt, die wir mit Genehmigung von MINI USA veröffentlichen durften.“

Perocarpi fügt aber auch hinzu, dass man sich bei LAP Motorsports noch nicht sicher sei, ob man das zukünftige Fahrzeug auf dem 4-Türer oder dem Clubman basieren lassen wolle. Das Team entwickelt das Fahrzeug hauptsächlich für die IMSA Continental Tire SportsCar Challenge, in der ab 2018 auch TCR Fahrzeuge erlaubt sind – ob das Fahrzeug in anderen Serien starten wird ist noch unklar.

Toyota vor Einstieg in die TCR-Klasse

Auch TMG ist gerade im Begriff eine Basis für die TCR-Klasse zu entwickeln bzw. zu bauen. Vertreter der verschiedenen japanischen Hersteller Toyota, Mazda und Honda waren am Wochenende beim TCR-Lauf in Oschersleben vor Ort und sondierten dabei den Markt, den die TCR-Klasse aktuell bietet. Bei dieser Gelegenheit traf man sich auch mit dem Gründer des TCR-Konzepts Marcel Loti. Der italienische Ableger der Motorsport.com vermutet hinter dem Treffen eine Erweiterung der Läufe parallel zur TCR-Asia in Richtung einer TCR-Japan. Das scheint nicht unüblich zu sein. Denn neben einem TCR-Europe Rennen gibt es auch eine TCR-Germany Serie, sowie einen Ableger in Italien, Portugal, Spanien und Benelux. Auch die Läufe der VLN fungieren unter dem Dach des TCR-Reglements.

Der Hyundai i30 N TCR auf dem Nürburgring

Bereits während des ADAC TCR-Germany-Cups am vergangenen Wochenende sorgte der Hyundai i30 N TCR für viel Furore. Neben der überarbeiteten Karosserie, die vom Team bei den letzten Tests auf dem Slovakiaring verfeinert wurde, trug der i30 N TCR auch das neue frische Farbkleid auf. Die brandneue Lackierung soll dabei das neue N-Sortiment von Hyundai unterstreichen.
Der Rennwagen wurde neben der neuen Generation i30 gezeigt, auf der es basiert, sowie dem i30 N, die vor weniger als einem Monat als erstes Modell aus dem N-Line-Up – den Hochleistungs-Straßenfahrzeugen der Koreaner – der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Hyundai Motorsport Customer Racing-Abteilungsleiter Andrea Adamo sagte im Interview: „Dieses Wochenende war ein weiterer Meilenstein für das i30 N TCR Projekt. Dieses Auto ist speziell entworfen um an Kunden verkauft zu werden und es ist entscheidend, dass wir die Möglichkeit hatten, bei einem wichtigen TCR-Event auftreten zu können. Die ADAC TCR Deutschland Serie ist die perfekte Meisterschaft für uns. Die Kategorie ist sehr erfolgreich, mit einem riesigen Fahrzeugfeld und hochkarätigen Teilnehmern. Es war sehr gut zu sehen, dass viele der aktuellen Teams und Fahrer Interesse an unserem Fahrzeug hatten und einen genaueren Blick auf den i30 N TCR warfen, um mehr darüber zu erfahren was Hyundai Motorsport Customer Racing in den nächsten Monaten anbieten kann.“

China erobert die TCR

Auch im Land der aufgehenden Sonne hat man inzwischen das Potenzial der TCR-Klasse erkannt. So überrascht es kaum, dass BAIC Senova – Mutterkonzern des ehemals schwedischen Herstellers Saab – vor wenigen Tagen ein eigenes TCR-Kundensportmodell präsentierte, welches auf dem BAIC Senova D50 basiert. Verantwortlich für den TCR-Umbau zeichnet sich das Werksteam BAIC Motor Beijing Senova Racing Team, welches auch den Einsatz der Marke in der chinesischen Tourenwagenmeisterschaft (CTCC) leitet. Allerdings gibt es aktuell noch keine Details zu dem Fahrzeug, obwohl es bereits international von Rennteams gekauft werden kann.

Erster privater Einsatz für den Opel Astra TCR

Und bei uns? Auch in unserer Langstrecken-Cupserie, pardon VLN tut sich was. Nachdem der Astra aus dem Hause Opel bereits in der vergangenen Saison von Kissling Motorsport ausführlich in der VLN getestet wurde und zwischenzeitlich auch Einzug in die TCR-Germany fand, wurde nun das erste Fahrzeug für den ersten privaten Einsatz veräußert. Zusammen mit ihrem nagelneuen Astra TCR feiern Raphael Hundeborn, Marc Legel, Roman Löhnert und Stephan Kuhs beim 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen am 18. August ihre Rückkehr in die VLN.

„Wir wollen das Auto beim 6h-Rennen auf der Nordschleife testen und uns mit ihm vertraut machen. Da wir die Zusammenarbeit mit Kissling-Motorsport in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt haben, kam für uns nur ein Opel in Frage. Wir freuen uns riesig darauf, das erste Team zu sein, das den Astra privat in der Langstrecke einsetzt. Das wird eine echte Herausforderung“, sagt Hundeborn, der bereits seit 2010 in der VLN aktiv ist. Der gebürtige Villmarer steuerte auch bereits einen Seat Leon Supercopa und einen VW Scirocco in der Serie. Nun will es der 38-Jährige mit seinem Team im Opel Astra TCR wissen. Ob nach dem Einsatz am 19. August weitere für dieses Jahr folgen werden, ließ Hundeborn vorerst offen. Die Entscheidung fällt nach dem 6h-Rennen.

Klar ist aber, das die Besetzung Hundeborn / Löhnert / Legel die komplette kommende Saison in der VLN bestreiten wird. Auch das 24h-Rennen steht 2018 auf dem Programm. Vorbereitet wird das Fahrzeug bei Hundeborn in der privaten Werkstatt. Als Einsatzteam fungiert wie in den vergangenen Jahren schon Bonk-Motorsport.

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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