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Bathurst 12h 2017 – Maranello Motorsport gewinnt überragend


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Das LIQUI-MOLY Bathurst 12h 2017 ist seit wenigen Minuten Geschichte und #88 Maranello Motorsport fuhr einen überragenden Sieg nach Hause.

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Zweiter wurde #12 Competition Motorsports powered by Ice Break vor #17 Bentley Team M-Sport auf dem dritten Platz.

Selten war ein 12h-Rennen in Down Under so spannend, so materialfordernd und so abwechslungsreich. Wenn jemand fragte, wie GT-Motorsport aussehen soll, dann dürfte das diesjährige Bathurst 12h als ideale Referenz herhalten. Insgesamt 17 Führungswechsel an der Spitze des Feldes sorgen für ungeahnte Spannung, während des gesamten Rennverlaufes. So dass auch hier in Europa in dieser Nacht garantiert kein Auge zu ging.

In einer ordinär aufregenden Schlussphase verspielte dann ein etwas übermotivierter Shane van Gisbergen den so sicheren zweiten Platz mit einem Komplettausfall.

Um 05:45 Uhr Ortszeit in Bathurst fiel der Startschuss zur 16. Ausgabe des Bathurst 12 Hour – Rennen am Mt. Panorama. Der auf der Pole-Position stehende Ferrari 488 GT3 von Maranello Motorsport führte das Feld in eines der aufregendsten Langstreckenrennen, das die Welt gesehen hat. Ohne Zwischenfälle und Reibereien verlief der Start und die Einfahrt in die ersten Kurven, ehe Maxime Soulet 10 Minuten später in seinem #8 Bentley-Team M-Sport Continental GT3 die eh schon sehr enge Strecke am Dipper zu weit ausreizte und sich einen Reifenschaden zuzog. Mit diesem Einschlag läutete Soulet eine martialische Material- und Teileschlacht ein, die noch lange ihres Gleichen suchen wird.

14 Minuten nach dem Start sollte Safety-Car das erste Mal ausrücken, als der Jamec Pem Audi #74 Ausgang Dipper, Eingang Forest Elbow nach einem Einschlag quergestellt wurde und die Fahrbahn blockierte. Während das Feld an der Front des Audis vorbeischrammte, reichte dem Hobson Motorsport Nissan GTR #38 der Platz zum Ausweichen nicht mehr und schuf sich selbigen am Heck des Audis. Die fehlenden Zentimeter Platz sorgten dafür, dass auch dieser Nissan die Box mit einem Aufhängungsschaden aufsuchen musste.

In der 14. Runde übernahm Chaz Mostert im BMW M6 GT3 #90 die Führung. Während des Sonnenaufgangs über dem Mt. Panorama sorgten Mostert im BMW und Vilander im Ferrari für die schnellsten Runden des gesamten Rennverlaufes, die sich Vilander mit letztendlich 2:02.908 Minuten sichern sollte. Die Führung des BMWs stand bis zur 33. Runde fest, nachdem Vilander aufgrund einer Durchfahrtsstrafe vorerst an das Ende des Feldes gespült wurde.

Zum Restart nach einer weiteren Gelphase um 7.24 Uhr und nach 36 gefahrenen Runden sah die Top5 folgendermaßen aus:

  1. #911 Walkinshaw GT3 Porsche 911
  2. #24 Nissan Motorsport Nissan GT-R
  3. #88 Maranello Motorsport Ferrari GT3
  4. #37 Keltic Racing McLaren
  5. #22 Mercedes AMG Team STM / HTP Motorsport Mercedes

Für den M6 GT3 #90 endete die 36. Runde und damit die konkurrenzfähige Mitfahrt im Feld nach einer Berührung mit der Streckenbegrenzung in der Box. Das Resultat, eine gebrochene Aufhängung, sollte den BMW für einige Runden im Griff der Mechaniker behalten und an das Ende des Feldes zurückwerfen. Um 08:30 Uhr, also eine Stunde später konnte der BMW von MARC Cars Australia wieder auf die Strecke zurück.

In der 4. Stunde nach dem Restart aus einer weiteren Gelbphase, sorgte der Ice Break Porsche #12 für Aufsehen. In der Virgin-Australia Kurve am Ausgang der Start-Ziel-Geraden, bekam der Jamec Pem Audi #75 von Christopher Mies einen Schlag aufs Heck, in dessen Folge der Audi gedreht wurde und von der #94 MARC Cars Australia Mazda von Leanne Tander am Heck gestreift wurde. Für Mies endete diese Runde in der Box zur Installation einer neuen Heckpartie. Für die Nummer 12 sollte es wenige Minuten später eine Durchfahrtsstrafe für diesen Zwischenfall geben.

Nach dem Start aus einer weiteren Gelbphase um 9:15 Uhr Ortszeit sorgte der hinter dem Führenden – der #88 Ferrari – fahrende Mercedes #22 für Aufregung. Beim Einbiegen auf die Start-Ziel-Gerade fuhr der Mercedes neben den Ferrari und schob ihn so in den Sand der Sicherheitszone. Die Marshalls leisteten an dieser Stelle hervorragende Arbeit und brachten den Ferrari innerhalb weniger Sekunden wieder frei, sodass Vilander seinen Italiener wieder an das Ende des Feldes chauffieren konnte. Da es aufgrund dieses Zwischenfalls eine erneute Gelbphase gab, sollte das Feld in langsamer Fahrt schnell erreicht sein. Vilander nutze die letzte Runde des Pace-Cars für einen taktisch klugen Tankstopp. Der Mercedes #22 sollte aus diesem Zwischenfall eine 10 Sekundenstrafe erhalten und landete so bei der Ausfahrt dann direkt vor dem Ferrari. Zugegeben, wollte man jetzt nicht freiwillig mit dem Ferrari im Nacken über den Bergkurs donnern. Der Zorn des Ferraripiloten ist durch den Helm zu spüren.

Nach der bis dahin längsten 50-minütigen Grünphase, endet das Rennen für Ingall, Timo Glock, Mark Skaife und Tony Longhurst im #7 Team SRM BMW M6 GT3 um 11:38 Uhr – kurz vor Ende der ersten Rennhäflte – apprupt mit einem Einschlag am Dipper. Der letzte siegfähige BMW M6 konnte nur noch ausrollen und blieb am Ende der Sicherheitszone stehen.“Es ist eine echte Enttäuschung, so zu enden – aber es ist nur ein typischer Bathurst-Deal“, sagte Ingall. „Ich kam gerade hinter einem anderen Auto hervor – wir hatten tatsächlich ein vernünftiges Tempo – und im Grunde habe ich nur die Mauer auf der Innenseite kurz vor dem Dipper kurz gestreift. Ich war direkt hinter dem anderen Auto und verlor die Spur.“ so Ingall weiter. „Wenn dich diese Strecke in die Weichteile tritt, trifft Sie ziemlich gut.“ wird Ingwall später zitiert.

Mit Applaus wurde Vilander aus seinem letzten Stint am Ende des dritten Viertels von seinem Team verabschiedet. Der Finne sorgte in den vergangenen Stunde immer wieder für eine Rückkehr des einzigen Ferraris im Feld an die Spitze. Egal, wie weit das Team von Maranello Motorsport zurücklag, Vilander fuhr durch das gesamte Feld an die Spitze zurück.

Während der vergangenen Stunden wurde das Feld extremst ausgedünnt, so dass 40 Minuten vor Schluss noch 31 von 51 gestarteten Teilnehmern unterwegs sind. An der Spitze schenken sich nun Shane van Gisbergen (#22) und Jamie Whincup (#88) nichts mehr. in atemraubenden Positionskämpfen um Platz 1 gehen die zwei Piloten bis ans äußerste des physikalisch Möglichen und fahren Teile der Strecke Side-by-Side entlang. 35 Minuten vor Schluss erkämpfte sich Whincup die Führung in einem Seinesgleichen-suchendem Zweikampf von van Gisbergen zurück.

Nach 11:30 Stunden sorgt Shane van Gisbergen noch für eine unverständliche Gelbphase. In Überrundungskampf mit langsameren Fahrzeugen ging es dem Neuseeländer offensichtlich nicht schnell genug, sodass in der Ausfahrt der Schikane am Ende der Cornor Straight der #51 AMAC Motorsport Porsche GT3 R einfach aus dem Weg geschoben wurde. Überhaupt scheint van Gisbergen in den vergangenen Minuten jedes Risiko eingehen zu wollen, um das 24h-Rennen vielleicht doch noch zu gewinnen. Offensichtlich war van Gisbergen über die ausgesprochene Drive Thru Penalty so erbost, das er 20 Minuten vor Schluss seinen Mercedes am Dipper in die Wand fuhr. Das ist das Aus für den Mercedes und das STM Team mit Craig Baird, Shane Van Gisbergen und Maro Engel. „Alles, was ich dieses Wochenende von Shane gesehen habe, waren viele Fehler.“, macht Engel seinem Frust Luft. „Ich hasse es, Fehler zu machen, es war 100% meine Schuld.“, sieht van Gisbergen wenig später ein. Mit dem Ausfall des #22 Mercedes von Engel, van Gisbergen und Baird ging auch die letzte Hoffnung für Mercedes verloren. Nach dem Abbruch des Rennens des HTP-Motorsport Mercedes #83 und dem frühen Ausfall von Griffith, Storey und Reynolds #61 kam somit keiner der gesetzten drei Mercedes ins Ziel. Ähnlich desaströs sah das Ergebnis für BMW-Motorsport aus. Während der Walkenhorst-BMW schon während dem Qualifying die Segel strich, fielen im Rennverlauf sowohl die #7, als auch die #90, aus. Die Nummer 60, der BMW rund um Wittmann, Winterbottom und Richards, konnte aufgrund von Servolenkungsproblemen mit einem bescheidenen 14. Gesamtplatz nicht die Ziele der Münchner erfüllen. Obwohl im Qualifying und im Training alles nach einem Premierenlauf nach Plan aussah.

Mit 290 gefahrenen Runden und einer Runde Vorsprung gewinnt Maranello Motorsport ein packendes Rennen. Gratulation an Toni Vilander, Craig Lowndes und Jamie Wincup zum zweiten Sieg für Maranello Motorsport in Bathurst.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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